52 Bücher [10]: Die Täuschung von Caleb Carr

Heute ist es schon zum zehnten Mal Zeit für ein neues Bücher-Motto und ich muss wieder zwei Themen auf Eis legen und auf eine weniger aktivitätsgefüllte Zeit vertagen. Oder sein lassen, je nachdem, was noch so kommt.
Egal, jetzt gibt es auf jeden Fall folgendes Auswahlkriterium:

Schließe die Augen und nimm irgendein Buch aus dem Regal.
Alternativ nimm einen Stift, Block und mindestens einen Würfel (6-seitig). Bestimme die Anzahl deiner Regalböden (Doppelreihig zählt als je Reihe ein Boden), wenn du zu den Bibliophilen mit wenig Platz gehörst, jeder Karton im Keller oder Dachboden etc. zählt auch als ein Boden. Würfle jetzt für jeden Boden 2 mal und notiere die Werte als Wert 1 und Wert 2. Würfle je einmal für jeden Boden, bei 1-2 streiche Wert 2 durch, bei 3-4 streiche Wert 1 Durch, bei 5-6 lasse beide stehen. Addiere nun alle Werte, die nicht durchgestrichen wurden. Nimm den Würfel nochmals, bei ungeraden Zahlen zähle die Bücher ab dem ersten Boden, bei geraden rückwärts ab dem letzten Boden. Das letzte mal Würfeln bestimmt, wie viele Böden du noch überspringen darfst/musst, bevor das Zählen beginnt (Zählweise der Böden, wie bei den Büchern) .

Ich habe – natürlich – das Würfeldingens gewählt, habe dies aber meinen völlig unvoreingenommenen Sohn durchführen lassen und das Ergebnis „Dei“ erhalten. Nun, Buch Drei in meinem Regal war

Die Täuschung

von Caleb Carr

Auch dieses Buch ist wieder ein Grabbelkisten-Exemplar, bei dem mich der Klappentext überzeugt hat. Ich kann es zwar nicht uneingeschränkt empfehlen, da es ein paar Schwächen hat – trotzdem fand ich es faszinierend und in seinem Bezug zur gegenwärtigen Situation auch schockierend. Wer sich mit den negativen Seiten der Internet-Datenflut und der entstehenden Eigendynamik auseinandersetzen möchte, findet hier einige Ansatzpunkte. Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass es vor dem 11. September, nämlich im Jahr 2000 erschienen ist.
Inzwischen weiß ich, dass es als Fortsetzungsroman entstand, das erklärt die gelegentlichen überzeichneten Passagen, insgesamt ist es aber spannend und unterhaltsam. Einordnen würde ich es irgendwo zwischen technikverliebtem Science Fiction und Psycho-Thriller:

Im Jahr 2026 steht die Welt am Abgrund – vergiftete Meere, zerstörte Natur, Konflikte und Seuchen sind Fakt, werden aber von der Menschheit durch im großen Stil angelegte Informationsmanipulation nicht wahrgenommen. Während die Welt gebannt vor dem Bildschirm sitzt, gelangt der Kriminalpsychologe Dr. Gideon Wolfe in Besitz einer Diskette, die erschreckende Tatsachen über die Ermordung der amerikanischen Präsidentin ans Licht bringt. Seine diesbezüglichen Nachforschungen führen ihn zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Menschen mit sorgfältigen Fälschungen auf die Unzuverlässigkeit und Manipulierbarkeit der Massenmedien aufmerksam zu machen. Bald stellt sich jedoch die Erkenntnis ein, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, Feuer mit Feuer zu bekämpfen…

Die gesammelten Beiträge zum Projekt „52 Bücher“ gibt es hier.

 

2 Kommentare zu „52 Bücher [10]: Die Täuschung von Caleb Carr“

    1. Reply from Designerhaase: bytes=einige (sent mehr) time=60min TTL=ewig 😉

      Vielen Dank, Kay, bei mir ist alles gut, ich habe nur mein Blog ohne Vorwarnung aus ganz unglaublichen Gründen sträflich vernachlässigt… *schäm*
      Ich werde noch genauer berichten und mich einstweilen darüber freuen, dass ich nicht vergessen werde. :like:

      Grüße aus dem Schnee,
      Daniela

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