Sep 222010
 

Ich sitze in meinem Büro vor dem geöffneten Fenster, die Sonne scheint, die beiden Mädchen sind auf dem Spielplatz, der Kleine schläft, es ist unglaublich ruhig im Haus und ich fühle mich einfach gut. Und während der PC 150MB Daten auf meinen Webspace schaufelt, habe ich tatsächlich endlich einmal wieder Zeit und Muße, parallel auf dem Laptop meinen Blog zu pflegen – was auch bitter nötig ist, wenn ich mir das Datum des letzten Eintrags ansehe…

Es ist wieder einiges passiert in der letzten Zeit:
Sollte sich tatsächlich einmal jemand für das Thema Au-Pair interessieren – meine Beiträge hierzu sind ab sofort beendet. Nachdem es mit unserem Wunsch-Au-Pair nicht geklappt hat, habe ich beschlossen, mir einfach eine Haushaltshilfe zu suchen.
Die Probleme mit unseren Nachbarn haben sich mehr oder weniger in Wohlgefallen aufgelöst, der Carport wird gebaut, die Kinder spielen wieder miteinander.
Und unser Essensverweigerer hat sich jetzt tatsächlich langsam an seinen Brei gewöhnt.
Ich bräuchte zwar immer noch einen Klon, um tatsächlich alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe, aber abgesehen davon läuft alles rund – und bis Weihnachten bin ich mit Sicherheit ein Meister des Glücklichseins.

Aug 252010
 

Na, das mit „morgen“ war ja wohl nichts – die letzte Woche war aber auch eine Katastrophenwoche. Weiß jemand, warum Probleme grundsätzlich im Rudel auftauchen? Muss etwas mit Murphy’s Law zu tun haben…
Überfliegen wir einmal die vergangenen Tage:
19. August: Wir möchten einen Carport bauen, unsere Nachbarn sind dagegen. Eine gütliche Einigung will irgendwie nicht klappen. Eine andere Nachbarin schickt ihre vierjährige Tochter zu uns, um mit der älteren einen Ausflug zu machen. Ich muss meine Termine absagen und beschwere mich am Abend bei ihr.
20. August: Mein Mann legt sich mit oben genannter Nachbarin an, deren Kinder wir quasi schon adoptiert haben, weil sie ihren Ärger über meine Beschwerde jetzt an unserer Tochter auslässt. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll, da ihre und unsere Kinder sich gerne mögen.
21. August: Unsere Tochter erzählt uns, das sie von besagter Nachbarin beschimpft worden ist, wir sehen uns (nach wochenlanger Vorgeschichte) gezwungen, jetzt doch den Kontakt abzubrechen.
22. August: Unser Carport-Nachbar stellt uns vor die Wahl, so zu bauen, wie er es sich vorstellt oder auf gute Nachbarschaft zu verzichten. Wir überlegen, ob wir seine Forderungen erfüllen können, aber es ist beim besten Willen nicht möglich.
23. August: Wir erfahren, dass unser Au-Pair definitiv nicht kommen wird, da ihr Vater gestorben ist und sie außerdem nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Die angebotene Alternative scheint nett zu sein – kann aber dann doch nicht kommen. In der Nähe arbeitet ein Bagger, wir fragen den Fahrer, ob er uns den Carportbereich ausheben kann. Er meint, er hätte evtl. morgen Zeit.
24. August: Der Baggerfahrer hat keine Zeit. Mein neues Auto ist auch immer noch nicht da. Haben Sie schon einmal versucht, drei Kinder (mit Kindersitzen) in einen zweitürigen Fiesta (ohne Klimaanlage) zu packen? Na wenigstens brauchen wir dann den Carport noch nicht…
Dann der erste Lichtblick: Unsere Carport-Nachbarin gesteht uns zu, dass es wirklich nicht funktioniert, ihre Wünsche zu erfüllen.
25. August: Wir starten positiv in einen neuen, glückbringenden Tag, der uns mit Sonnenschein und einem fröhlichen Baby weckte, während die beiden großen noch friedlich in ihren Betten schlafen. So, Murphy, jetzt zeig‘, was Du kannst…

Aug 162010
 

Jetzt ist es so weit: Heute hat die Au-Pair-Agentur eine Beschwerde-Mail von mir erhalten. Alles habe ich ihr um die Ohren gehauen, dass die Agentur sich nicht meldet, dass das Au-Pair sich nicht meldet, dass gar kein Visumsantrag gestellt wurde, dass ich schon so viel Geld investieren musste und trotzdem alles selber mache, dass ich eine Stellungnahme und einen Termin erwarte – und was hat es gebracht?
Eine Antwort vom System, dass bis 21. August Urlaub gemacht wird.
Kann ich meinen Zorn mal kurz bis nächste Woche in die Kühltruhe legen? Oder ihn irgendwie in eine abspeicherbare elektronische Form wandeln?
Aber macht nichts, ich habe ihn einfach zwei Stunden später recycelt:
Eine Freundin meiner Tochter (beide 9) hat heute bei uns übernachtet. Um 10.00 Uhr kamen sie nach unten, unterhielten sich kurz mit mir und fragten, ob sie fernsehen dürften (nein, das war es noch gar nicht!). Ich schickte sie zum Waschen und Anziehen, als meine Tochter noch einmal kurz durch die Tür blickte und erklärte, ihre Freundin habe es nicht mehr auf die Toilette geschafft und das Bett nass gemacht – und weg war sie! Ich rief hinterher, was ich denn alles putzen müsse, sie rief zurück, nichts. Und Elefanten können fliegen! Ich ging nach oben, zog das Bett ab, wusch die Matratze und fragte danach die Freundin, ob sie zuhause auch ins Bett mache. „Nein“ war die Antwort. „Wieso dann bei uns?“, fragte ich. Jetzt festhalten! Ihre Antwort: „Ich war zu faul, aufzustehen, dann habe ich es nicht mehr geschafft.“ Ist das die Höhe? Muss man ihr noch etwas zu Essen geben, oder darf man sie gleich rausschmeißen? Ich habe meiner Tochter erklärt, diese Freundin hätte das letzte Mal bei uns übernachtet.
Und dann Frühstück gemacht und den Fernseher eingeschalten. Recycelter Zorn ist einfach nur halb so gut.

Jul 072010
 

Unser Au-Pair ist verschollen. bis vor Kurzem hatten wir regelmäßigen Kontakt, seit ich sie gefragt habe, wann sie denn nun käme, ward sie nicht mehr gesehen. Bzw. gelesen. Irgendwie läuft das mit unserem Au-Pair nicht so richtig gut…
Ich habe heute die Agentur gebeten, sich zu erkundigen – sehen wir einmal, was daraus wird. Vielleicht hat sie ja momentan keinen PC zur Verfügung oder sie arbeitet dauernd, um das Geld für den Flug zu verdienen oder ihr Vater ist krank…
Ach nein, das hatten wir ja schon.
Wie machen das denn andere Familien, ist das immer mit mehreren Monaten Warten und Ärgern verbunden? Oder habe ich nur ein besonders glückliches Händchen? Langsam werde ich bissig, stelle ich fest.
Also sehen wir das Ganze einmal positiv: Zumindest ist das Haus jetzt entrümpelt und das (Abstellraum-) Büro meines Mannes endlich ein Gästezimmer, unsere Unterlagen wurden aus Platzgründen ausgemistet und ich finde inzwischen 90% aller gesuchten Gegenstände auf Anhieb.
Einzig meine Arbeit hat sich noch mehr aufgetürmt…
Deswegen wollte ich ja auch ein Au-Pair…

Jun 222010
 

Ja ist es denn zu fassen? Mit der Wahrscheinlichkeit eines Lotto-Sechsers haben wir ein Au-Pair ausgesucht, das tatsächlich einem kranken Vater den Arzt zahlen muss. Gestern erhielten wir eine Entschuldigung mit der Bitte, trotzdem kommen zu dürfen. Die Agentur bat uns, ihr noch eine Chance zu geben – na, an uns soll es nicht liegen! Dann sehen wir mal, wie schnell sie das Geld für den Flug auftreibt und ob wir wenigstens in den großen Ferien unsere ersehnte Hilfe bekommen. Im Moment sieht es gut aus für meinen Blog…

Jun 202010
 

So ein Blog ist ja eigentlich als Tagebuch gedacht, aber im Moment klappt es bei mir nicht einmal mit Wochenbuch…
Die Zeitnot ist ja nichts Neues – warum erstelle ich dann auch noch einen Blog? Dazu kam es so:
Am 14. Mai entschlossen wir uns, ein Au-Pair aufzunehmen, das vormittags die Kinder betreut und Ordnung macht, damit ich arbeiten kann und nachmittags mit uns das Leben genießt. Also kontaktierten wir eine Agentur, suchten ein Mädchen aus und waren glücklich. Der Kontakt war sehr nett, das Visum bald beantragt. Vor lauter Freude dachte ich mir: jetzt hast Du endlich Zeit für einen Blog! Und schon war er online. Dann hörten wir einige Zeit nichts mehr. Plötzlich schrieb sie uns, ihr Vater wäre gestürzt, deswegen hätte sie sich nicht mehr melden können. Und heute folgte der Schock: sie müsste die Behandlung ihres Vaters finanzieren und möchte, dass wir ihr dafür das Flugticket vorstrecken – im Wert von 1200,- EUR!
Ist das eine Betrugsmasche oder ist es eine Betrugsmasche?
Wir haben sofort die Agentur kontaktiert und warten jetzt auf einen neuen Vorschlag – das verzögert die Sache ganz schön. Enttäuscht sind wir natürlich auch, schließlich baut man eine Verbindung auf und öffnet sich, um dann eine Ohrfeige zu erhalten. Aber da hilft jetzt kein Heulen und Zähneknirschen: warten wir einfach ab, was aus den beiden wird – dem Au-pair und dem Blog.

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