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Überzeugung » Designerhaase
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Nov 082012
 

So schnell kann es gehen – kaum wagt man sich in eine andere Richtung, schon ist man nicht mehr zurechnungsfähig, hat den Überblick verloren.
Sagt wer? Der, der den Überblick hat?
Jeder, der behauptet, irgendetwas objektiv sehen zu können, stellt doch schon in diesem Moment wieder eine subjektive Sicht dar – es sei denn, der Rest der Welt ist geschlossen seiner Meinung. Irgendwie ist es ja auch völlig sinnlos, an die Möglichkeit menschlicher Objektivität zu glauben, wenn es schon allein aufgrund der genetischen Voraussetzungen keine einheitliche Grundlage gibt. Und dann kommen noch die Faktoren Erziehung, Prägung, Erfahrung dazu. Geschlecht. Nationalität. Sozialstatus. Eine endlose Liste.

Kann man denn überhaupt eine freie, objektive Entscheidung treffen? Eine allgemeingültige, meinungsfreie Richtlinie erstellen? Ich behaupte, nein. Sie wird immer von persönlichen Neigungen beeinflusst sein, die uns vielleicht oder wohl eher ziemlich sicher nicht einmal bewusst sind. Von vielen kleinen Bausteinen unserer Existenz, die uns und unsere Persönlichkeit erst ausmachen. Und aus dieser Sicht wäre es schon fast Selbstverrat, eine absolute Objektivität anzustreben.

Warum glauben dann trotzdem so viele Menschen, sie seien objektiv, könnten anderen den „richtigen“ Weg zeigen? Sicher, manche Menschen sind tatsächlich dazu fähig, eine Situation mit einem weiteren Blickwinkel zu betrachten, als andere. Aber deswegen den Besitz des 360°-Rundumblicks für sich zu beanspruchen, finde ich etwas anmaßend, denn dazu ist wohl kein Mensch auf dieser Erde im Stande. Vielmehr ist es doch so, dass wenn wir bei Differenzen von unserem Gegenüber Objektivität verlangen, wir eigentlich die Entscheidung erwarten, unsere subjektive Meinung höher zu werten als die eigene. Vielleicht sollten wir uns in so einer Situation vor Augen führen, dass es eher selten vorkommt, dass Menschen eine Überzeugung vertreten, von der sie wissen, dass sie falsch ist. Jeder Mensch hat seine eigene Sicht der Dinge, die für ihn persönlich auch der Wahrheit entspricht – aus verschiedensten Gründen. Objektiv ist sie sicher nicht, kann sie auch gar nicht sein. Nicht, solange man nicht alles kennt, alles weiß und alles erklären kann.

Und zwar aus der Perspektive seines Gegenübers. Denn erst dann hat man verstanden, dass es unzählige parallele Wahrheiten gibt und jede davon eine eigene Betrachtungsweise erfordert, um sie zu verstehen. Objektivität bedeutet in diesem Zusammenhang also, in alle subjektiven Sichtweisen eintauchen zu können und eben nicht nur eine davon, die eigene,  zuzulassen. Wie diese einzelnen Betrachtungen dann letztendlich gewertet werden, steht auf einem anderen (subjektiven) Blatt.

Und für alle, die der Meinung sind, dass Dinge nur richtig sind, wenn es eine beweisende Studie oder eine Mehrheit dazu gibt, habe ich noch einen Denkanstoß:

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.

André Gide

Feb 092012
 

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(Endlich) ein paar Worte zu meiner Ausbildung zur medialen Beraterin in der Schweiz

Ausblick vom Seminarhotel in Gais

So, es ist jetzt wirklich endlich an der Zeit, dass meine neue und doch schon so vertraute Ausbildung auch in mein Blog Einzug hält, trotz der Schwierigkeiten, diese verständlich zu erklären. Bisher konnte ich ja nicht einmal genau sagen, warum mich meine Tätigkeit als Grafikerin nicht so erfüllt, dass ich nicht ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten wäre. Aber heute hatte ich eine Eingebung, die mir selbst zu mehr Klarheit verholfen hat.

Vor inzwischen fast 14 Jahren, noch während meines Grafik-Design-Studiums, habe ich zusammen mit einem Unternehmensberater eine Gesellschaft gegründet, um jungen Unternehmen und Existenzgründern die Möglichkeit zu bieten, mit einem abgestimmten Gesamtkonzept ins Arbeitsleben zu starten. Aus dieser Intention heraus musste ich mich natürlich auch mit den wirtschaftlichen Aspekten der Unternehmer auseinandersetzen und habe dabei sehr viel über Gesetze, Banken und Geschäftsstrukturen gelernt, leider aber irgendwann erkennen müssen, dass ich mich selbst auf diese Weise nicht weiterentwickeln konnte – dafür waren die Spielräume einfach zu begrenzt und das Interesse an der Vermarktung für die Kunden noch zu zweitrangig. Unendlich viele verworfene Ideen und verschenkte Möglichkeiten zehrten so an meinem Enthusiasmus, dass ich nichts Ordentliches mehr auf die Füße brachte und aus der Gesellschaft ausstieg.

7 Jahre, eine Hochzeit, ein Kind, einen Hausbau und drei Umzüge später habe ich mich dann am neuen Wohnort zu einer eigenen Selbständigkeit „nur“ als Grafikerin entschlossen. Jetzt konnte ich mich mit anderem Klientel etwas mehr austoben, versuchte, kreativer und freier zu arbeiten, aber das große Arbeitsglück wollte sich trotzdem nicht einstellen. Ich musste wiederum feststellen, dass es Fälle gibt, in denen ich nichts bewegen konnte, weil auch die beste Werbung versagt, wenn der Unternehmer am Sinn seines oder meines Berufs zweifelt. Neben all den äußeren, materiellen Faktoren, die ich bisher schon kenengelernt hatte, gab es eben auch noch den der inneren Überzeugung, der mir zugegebenermaßen häufig ein Rätsel war. Ich habe angefangen, mich damit auseinanderzusetzen und auf diese Weise zu meinem Glauben gefunden, weil ich feststellte, dass Atheismus auch nur eine Form des Glaubens ist, nur dass Gott dort Nichts heißt und dessen Existenz genauso wenig beweisbar ist wie die aller anderen Götter – aber das nur am Rande.

Weitere 7 Jahre, eine Zusammenarbeit mit einer Agentur und noch zwei Kinder später verstehe ich langsam, was mir bisher bei meiner Arbeit gefehlt hat. Mehr oder weniger zufällig fand ich über das Familienstellen den Einstieg in das Verständnis für die nicht immer logisch nachvollziehbaren individuellen Sichtweisen und Lebensstrategien einzelner Personen. Ich habe erfahren, dass kaum eine Entscheidung aus dem freien Willen heraus getroffen wird, sondern unzählige verschiedenste Faktoren den unternehmerischen und persönlichen Erfolg beeinflussen und dass Charakter oder Erziehung dabei noch eine eher untergeordnete Rolle spielen. Besonders heikel ist dabei die Tatsache, dass die wenigsten Menschen sich dieser Muster bewusst sind und noch weniger durchschauen, dass sie damit ihrem eigenen Erfolg im Weg stehen.

Jetzt lerne ich also, die Informationsquellen anzuzapfen, die mir all das mitteilen können, was über meine eigene Logik oder psychologische Ansätze hinausgeht und habe endlich das Gefühl, den Menschen, der mir gegenüber sitzt wirklich und wahrhaftig verstehen zu können – wenn er dazu bereit ist.
Interessant finde ich dabei noch, dass ich vieles von dem, was ich jetzt lerne, schon früher angewandt habe – damals nannte ich es Menschenkenntnis oder Einfühlungsvermögen und nutzte es, um zu erahnen, welches Ergebnis die Ansichten meines Kunden widerspiegelt (was nicht unbedingt zielführend sein muss, wie ich immer mehr erkenne). Jetzt weiß ich, es ist die uralte menschliche Fähigkeit, energetische Informationen wahrzunehmen und zu deuten, für deren Anwendung Menschen im Mittelalter verbrannt wurden und die heute unter dem Namen Quantenphysik erforscht wird. So richtig geheuer ist dieses uns allen gegebene Talent den meisten nach wie vor nicht, weil die Antworten und Effekte, die man bei feinstofflichen Arbeiten erhält, oft nicht mit dem Verstand fassbar sind, sondern nur emotional. Diesen Gefühlen dann zu vertrauen, ist nicht unbedingt eine der leichtesten Übungen, aber auch nicht selten der Schlüssel zum Erfolg.

Und damit bin ich bei meiner Eingebung angekommen, die euch den ganzen Text beschert hat: der Frage nach meinem eigenen Vertrauen in die Möglichkeiten, die diese Fähigkeiten bieten. Warum schaffte ich es bisher nicht, hier klar Stellung zu beziehen zu dem Thema, dem ich gerade eine dreijährige Ausbildung widme?
Die Antwort schien mir gar nicht so schwer: weil ich Angst hatte, als Esoteriktante abgestempelt zu werden, meine Glaubwürdigkeit zu verlieren oder den Eindruck zu erwecken, einer Sekte anzugehören. Aber wenn ich mir das so ansehe, trifft das genauso zu, wenn ich mein Horoskop lese, Fotomontagen für eine Broschüre erstelle und weiterhin der katholischen Kirche angehöre. Der Punkt ist wohl eher, dass ich mir dessen bewusst bin, dass ich mich hiermit von meiner bisherigen Art zu arbeiten verabschiede und damit auch von vielen alten Gewohnheiten. Und dass ich in Zukunft mit völlig anderen Menschen zusammenarbeiten werde.

Eine Zeit lang hatte ich Bedenken, dass ich diese Umstellung meistere. Jetzt sehe ich, dass es einfacher ist, als ich dachte. Und es macht mir mehr und mehr Freude, meine medialen Fähigkeiten zu nutzen, um mich mit der Energie anderer zu verbinden und Menschen dabei zu helfen, sich selbst, ihre Beweggründe und ihre Ziele zu erkennen. Und da ich schon immer sehr experimentierfreudig bin, entdecke ich ständig neue Möglichkeiten der Anwendung.

Nur gut, dass heute keiner mehr Hexen verbrennt.

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