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Atheismus » Designerhaase
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Nov 102010
 

Kinder stellen immer mal wieder eine Drei-Wort-Satz-Frage, die man mit einem ganzen Buch nicht befriedigend beantworten kann. Dass sie einen damit meist auch noch  zwingen, über Dinge nachzudenken, die schon seit Urzeiten in der Erledigt-Ablage verstauben, macht die Sache nicht leichter.
Seit einiger Zeit beschäftigt unsere Älteste sich aus gegebenem Anlass mit dem Thema Sterben und hat mit oben genannter Frage ein extrem vergilbtes Exemplar aus meinem Ordner gefischt. Und weil es so schön ist, gleich noch „Warum glauben manche Menschen nicht an Gott?“ draufgelegt.

Es macht ja nicht viel Sinn, jetzt mit einer Neunjährigen eine theologische Diskussion zu starten, also muss ich mir einen verständlichen Grund für meinen Glauben zusammenbasteln – und das ist gar nicht so einfach, vor allem, wenn man einem Kind erklärt, dass man manche Dinge auch ohne Beweise glauben muss und sich fünf Minuten vorher hat anhauchen lassen, um zu sehen, ob die Zähne geputzt sind.
Aber nach langem Hin und Her, vielen Fragen, noch mehr unbefriedigenden Antworten und einigem Kopfkratzen haben wir doch tatsächlich einen Grund gefunden, warum es nicht falsch sein kann, an Gott zu glauben:

Wenn ich mein Leben lang die Hoffnung gehegt habe, nach dem Tod weiterleben zu dürfen, meine verstorbenen Angehörigen und Freunde wieder treffen zu können und mit meinem Versuch, ein guter Mensch zu sein zumindest an meinem Seelenheil gearbeitet habe und liege dann falsch – dann werde ich den Bruchteil einer Sekunde maßlos enttäuscht sein, bevor ich mich mitsamt meiner Enttäuschung für immer auflöse.
Was aber macht der Atheist, wenn er plötzlich vor Gott steht? Wahrscheinlich wird er sich eine unendliche Existenz lang ärgern, dass er ein knappes Jahrhundert rücksichtslos auf sein Verschwinden hingearbeitet hat…

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