Dez 312017
 

Was für ein wunderschöner Tag! Die Sonne scheint und es ist richtig warm! Einen besseren Tag hätte ich mir nicht aussuchen können, um wieder mit dem Laufen anzufangen. Die freien Tage, die Erholung, das Ausschlafen und vor allem das für-niemanden-außer-mich-selbst-verantwortlich-sein geben mir so viel Elan und Motivation, dass ich von mir selbst überrascht bin. Auf einmal fühlt sich alles so leicht und einfach an und während ich laufe, erkenne ich, wie ausgepowert und fertig ich tatsächlich vor meinen freien Tagen war und wie dringend mein Körper diese Erholung und das Nichtstun gebraucht hat. Das habe ich zu den stressigen Zeiten gar nicht wahrgenommen und schon gar nicht hinterfragt. Umso mehr wird mir jetzt klar, wie sehr ich mich in meinem Alltag zwangsläufig mangels Alternativen überfordere.

Interessant, vielleicht auch ein wenig beängstigend, wie sehr der Verstand uns von unserer Körperwahrnehmung ablenkt, wenn es die Situation erfordert und wie viel wir diesem Körper zumuten können, bevor er uns das Fehlverhalten übel nimmt. Umso mehr werde ich in Zukunft versuchen, auch die kleinen Zeichen zu erkennen und den Akku rechtzeitig wieder aufzuladen, bevor der Memory-Effekt eintritt.

In diesem Sinne:

Liebe berufstätige Mütter, ich habe eine Botschaft für euch.
Nein, ihr werdet nicht alt und senil. Euer Körper und euer Gehirn ist einfach nur begrenzt belastbar. In dem Moment, wo ihr beides wieder nur für euch selbst und ausschließlich für eure eigenen Verantwortlichkeiten benutzt, ist alles wieder gut. Haltet durch und nehmt euch ein paar Tage Urlaub von der Familie.

Euch allen ein erkenntnisreiches, glückliches und friedvolles neues Jahr 2018.

Dez 272017
 

So, ich bin ausgeschlafen, erholt, voller Energie und bereit, ein neues Projekt anzupacken! Zeit für eine Schubladen-Deko, die jetzt schon seit eineinhalb Jahren auf ihren Einsatz wartet – hoffentlich klebt sie noch!

Die Geschichte

Drachen sind eine meiner großen Leidenschaften, ich finde sie beeindruckend und faszinierend. Es gibt sehr unterschiedliche Darstellungsformen, meist gleichen sie einer geflügelten Löwen-Echsen-Mischung. Der traditionelle chinesische Drache allerdings sieht anders aus: er hat einen langen Körper, kurze Gliedmaßen und bewegt sich wie eine Schlange durch die Luft – ganz ohne Flügel. Das hat etwas sehr Magisches und verbannt ihn doch gleichzeitig in eine Märchenwelt, während die geflügelten Echsen etwas mehr unserer Vorstellung von reellen Lebewesen entsprechen. In China hat der Drache auch heute noch einen hohen Stellenwert, steht er doch für Glück, Güte und Intelligenz. Auch beim chinesischen Jahreswechsel bildet er den Mittelpunkt, er verheißt Glück und Frieden für das neue Jahr. Genug Gründe also, sich das Fabelwesen jetzt ins Haus zu holen!

Die Anleitung

Vor langer Zeit habe ich mir also das Wandtattoo eines chinesischen Drachen gekauft, eine in Form geschnittene, selbstklebende, goldene Folie, die mittels einer Trägerfolie auf den Untergrund aufgebracht wird. Für eine bessere Wirkung bekommt der Drache einen dunklen Hintergrund in Form eines Wandanstrichs, das ist mein erster Schritt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, so ein Farbfeld anzubringen, doch wie bekommt man schöne Kanten? Ich habe schon einige Techniken getestet und folgende Erfahrungen gemacht:

Der Klassiker ist das Abkleben der vorher angezeichneten Fläche mittels Kreppband. Dann wird beherzt die Fläche gerollt oder gepinselt und in der Regel gibt es nach Abziehen des Bandes eine unsaubere Kante, da Farbe unter das Band läuft.
Alternativ dazu gibt es feuchtigkeitsabsorbierende Tapes, die die Farbe aufnehmen sollen. Das ist auf glatten Untergründen durchaus effektiv, versagt aber bei rauem Putz oder einer Raufasertapete völlig, da es sich nicht genug in die Vertiefungen einfügt.
Meine Lieblingsvariante ist folgende: das Feld wird mit Krepp abgeklebt und die Ränder erst einmal in der bestehenden Wandfarbe gestrichen. Dann lässt man das Ganze komplett durchtrocknen (wichtig!), dadurch ist das Band lückenlos mit der Wand verbunden. Erst dann wird in der Kontrastfarbe das Feld gestrichen. Das ergibt meiner Erfahrung nach die glattesten Kanten.

Weil ich mir die Zeit für das Durchtrocknen nicht nehmen wollte, habe ich Variante 1 gewählt und die Kanten nach dem Abziehen des Bandes mit dem Pinsel nachgezogen, wo es nötig war. Das erfordert allerdings ein gutes Auge und eine ruhige Hand, damit der Rand nachher nicht fransiger aussieht als vorher.

Nach dem Trocknen habe ich das Tattoo mit ein paar Streifen Krepp an der Wand fixiert, nur einen kleinen Teil vom Papier, auf dem sich die Folie befindet abgezogen und das Papier abgeschnitten. Man kann diesen Teil dann zurück an die Wand klappen und das Tattoo ist genau da, wo es am Ende sein soll. Gut andrücken und dann von der anderen Seite das Untergrundpapier abziehen und gleichzeitig das Tattoo andrücken. Abschließend mit einem weichen Tuch fest reiben, damit sich die Teile nicht mit der Trägerfolie ablösen. Wenn sich bei Ablösen der Trägerfolie ein paar Tattooteile wieder verabschieden wollen (kann schon mal passieren nach eineinhalb Jahren), die Trägerfolie mit einem scharfen Knick ganz nah an der Wand ziehen und die Teile vor dem Knick andrücken. Abschließend kann man die angebrachten Klebefolien noch einmal mit einem Tuch fixieren, ich habe sie leicht mit einem Föhn erwärmt, damit sie sich besser anpassen und der alte Kleber wieder in Schwung kommt. Fertig!

Dez 252017
 

25. Dezember am Abend, der Trubel ist vorbei. Die Kartons liegen in der Papiertonne, die Essensreste von gestern sind verspeist und die Freude auf eine ganze Woche Urlaub völlig alleine in vollkommener Ruhe stellt sich langsam ein. Endlich ist dieses furchtbar anstrengende Jahr vorbei, zumindest so gut wie. Die Älteste in der Abschlussklasse, die Mittlere in der Übertrittsklasse, der Jüngste das erste Jahr in der Schule. Alles gut gemeistert zum Glück, aber dann Jobsuche, Bewerbungen, Absagen, kein Bock und keine Ahnung. Neue Schule, neue Maßstäbe, auf einmal muss man lernen. Und nebenbei ein arbeitsreicher, 4-wöchiger Umzug mit vielen Hindernissen. Neben dem Job. Und der Schule.

Eigentlich dachte ich, der Umzug ins neue Heim wäre bereits der Neuanfang, endlich ein eigener Platz für mich und meine Kids, Unabhängigkeit und freie Entfaltung, aber dieses Jahr hat mich dann doch noch mit einigen Herausforderungen und Aufgaben überrascht, mit denen ich so nicht gerechnet habe und die ich erst einmal bewältigen musste. Bis Weihnachten war Stress und Ärger mein täglicher Begleiter, keine Zeit, um aus dem alten Trott auszubrechen. Aber jetzt, in himmlischer Ruhe auf meinem Sofa, wird mir klar, dass ein Meilenstein geschafft ist. Ich habe jetzt nach vier unruhigen Jahren voller Umzüge und Veränderungen so etwas wie Normalität erreicht und eine Grundlage geschaffen, auf der man wieder etwas aufbauen kann. Es ist noch nicht perfekt, aber ich bin nicht mehr getrieben und habe nicht mehr das Gefühl, in einem Übergang zu stecken. Jetzt zum Jahresende also endlich die besten Voraussetzungen für einen echten, wirklichen Neuanfang.

Und was wäre besser für einen ersten Schritt zum Neuanfang geeignet, als dem alten, verwaisten Blog wieder neues Leben einzuhauchen? Auch wenn ich ihn erst einmal komplett löschen und wieder neu aufspielen musste, weil nichts mehr funktioniert hat…
Also setze ich heute hier mit dem ersten Post nach drei Jahren ein Zeichen, das eine neue Ära für den Designerhaasen einläuten wird.

Aber bevor die neuen Ideen in die Tat umgesetzt werden, gehe ich erst einmal schlafen. Ausschlafen. Gaaaaaanz lange. Und morgen dann zum obligatorischen Familienessen, das nahtlos in den Nachmittagskaffee übergeht. Und wenn ich mich wieder bewegen kann, nehme ich das erste Projekt in Angriff.

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