Jul 282011
 

Frust-Anfang

Es ist so weit – ich habe die Schnauze gestrichen voll und keinen Bock mehr, es weiterhin für mich zu behalten.
Eigentlich sollte der Blog ja frei von Themen dieser Arte bleiben, aber das ist de facto nicht möglich, weil er im Moment mein einziges Kommunikationsmittel ist. Und das ist gleich auch noch einer meiner Frustgründe. Aber fangen wir von vorne an:

Ich bin jetzt seit 13 Jahren selbständig tätig, die letzten 6 davon als Inhaber meiner eigenen Firma. Die Arbeit macht mir nach wie vor Spaß, deswegen werde ich sie nicht aufgeben, auch wenn ich allen Neuerungen und Entwicklungen stets mit raushängender Zunge hinterherhechle – weil ich seit 10 Jahren auch Mutter bin. Und seit 4 Jahren Zweifach-Mutter. Und seit 1,5 Jahren Dreifach-Mutter. Wofür ich mich ja auch entschieden habe. Aber es gibt Tage (oder Wochen oder Monate), an denen ich am liebsten in ein Paralleluniversum auswandern würde, eines, wo Tage 48 Stunden haben und Kinder 36 davon schlafen. Wo die Zeit angehalten wird, wenn man sich durch 23 Foren beissen muss, um endlich eine Lösung für irgendein Sch***-Problem zu finden. In dem Wände schokoladen- und matschabweisend sind und jedes Lebewesen einen Mute-Knopf besitzt. In dem sich auf Zuruf Geräte einschalten, Häuser und Wäsche sich selbst reinigen, Junkfood gesund ist und Selbständige ein festes Monatsgehalt von Gott bekommen.

Ich weiss nicht, warum gerade heute das Fass überläuft – vielleicht weil der Kleine seine Matschsemmel auf drei verschiedenen Wänden verteilt hat, während ich nach der Lösung eines Webseiten-Darstellungsfehlers suchte. Oder weil die Mittlere nach einem Tobsuchtsanfall eine Plastikperle aus der Toilette fischte und zu den anderen warf, während ich ihren Bruder wickelte. Oder weil ich mit meiner schmutzigen Wäsche keinen Schritt weiterkam, dafür aber eine Packung Deko-Styroporkügelchen auf das ganze Wohnzimmer verteilt herumlag. Und da war es erst 11 Uhr.

Ich habe so gut wie keine Zeit für soziale Kontakte, lese kaum Bücher, male keine Bilder mehr, kann weder Joggen noch Reiten gehen. Jeder Ausflug ist ein Härtetest für meine Aufmerksamkeit, Besuch sollte möglichst ein Megaphon dabeihaben und Telefonate sind eigentlich erst nach 20 Uhr möglich. Natürlich könnte ich mir die Zeit für meine Bedürfnisse einfach nehmen. Aber dann wird aus den aufgeschobenen Pflichten innerhalb kürzester Zeit ein Tsunami – also kämpfe ich lieber täglich gegen ein bisschen Hochwasser, obwohl das auf Dauer einen ähnlichen Effekt hat.

Mein Blog ist im Moment der einzige Ort, an dem ich überhaupt zur Ruhe finde und meine Aufmerksamkeit auf mich selbst richten kann. Meine Probleme werden dadurch zwar nicht weniger, aber ich habe wenigstens das Gefühl, ein bisschen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Oder eher, nicht völlig weg vom Schuss zu sein.

Frust-Ende

So, das musste einfach mal geschrieben werden, meinen Zwergen kann ich es schlecht erzählen und mein Mann ist gerade auch nicht verfügbar – und heute war ein echt harter Tag.
Erfreulicherweise ist ein Ende der entbehrungsreichen Zeiten abzusehen, die Zwerge werden größer und weniger anstrengend und irgendwann gibt es auch wieder freie Vormittage.
Meine Devise lautet also ab jetzt: Durchhalten.
Und sollte sich irgendjemand genötigt fühlen, mir Trost zu spenden – ich nehme ihn gerne entgegen.

Jul 012011
 

Der Grund, warum ich diesen Artikel schreibe, ist ein Vorfall aus meinem Bekanntenkreis, der mich nachdenklich gemacht hat. Für mich ist das Geistige Heilen mit seiner Taktik des ständigen Hinterfragens körperlicher Symptome ein selbstverständlicher Bestandteil meines Alltags. Natürlich ist mir bewusst, dass dieser Weg nicht der einzig wahre ist und jeder Mensch auf eine andere Weise mit Krankheiten, Problemen, Ängsten usw. umgeht. Auch klar ist mir, dass es erst einmal sehr schwierig ist, sich überhaupt vorurteilsfrei mit der Materie zu befassen, weil jeder halbwegs „normal“ erzogene Mensch alles, was sich außerhalb der Naturwissenschaften abspielt, als Humbug empfindet. Neu für mich ist aber die Erkenntnis, dass die Methoden des Geistigen Heilens manchen Menschen tatsächlich Angst machen – und hier möchte ich mich mit ein paar grundlegenden Gedanken einbringen, die zeigen sollten, dass es dafür keinen Grund gibt.

Wer sich für eine Anwendung des Geistigen Heilens entscheidet, muss deswegen nicht auf anerkannte, wissenschaftliche Methoden der Heilung verzichten (sollte das verlangt werden, bitte sofort den Berater wechseln). Häufig beginnt der Einstieg eher so, dass eine Behandlung oder Therapie nicht so recht vorwärts kommen will und man eine Option sucht, den Prozess zu beschleunigen. Dazu wird nach der psychischen bzw. seelischen Ursache der körperlichen Probleme geforscht, um nicht nur die Symptome, sondern auch den Ursprung derselben zu behandeln.

Geistiges Heilen ist nicht manipulativ. Es hat nichts mit Hypnose oder Gehirnwäsche zu tun. Ohne die Bereitschaft des Klienten, die Gespräche oder Anwendungen und deren Ergebnisse anzunehmen, ist es schlicht und einfach wirkungslos. Veränderungen können nicht erzwungen werden, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Wer sich trotzdem in irgendeiner Form gedrängt, gelenkt oder einfach unwohl fühlt, sollte die Beratung abbrechen, weil er dann an den falschen geraten ist.

Auf der anderen Seite ist es aber auch dann nicht völlig überflüssig, wenn es keine sofortige Wirkung zeigt, alleine schon deshalb, weil man sich auf eine neue Sichtweise der Situation eingelassen hat. Es gibt Menschen, die von den Ergebnissen (oder deren Nicht-Vorhandensein) enttäuscht sind, aber doch irgendwann zu einer Erkenntnis gelangen, die durch diesen Anstoss entstanden ist.

Natürlich gibt es schwarze Schafe. Man kann den falschen Klempner erwischen, den falschen Anlageberater und eben auch den falschen „Heiler“. In allen Fällen ist es ratsam, sich bereits bei den ersten Bedenken zu verabschieden. Penetrante Nachfragen oder Beschwerden wird es nur von jenen geben, die kein reines Gewissen haben.
Wenn man – wie ich – das Glück hat, einem absolut verlässlichen und vertrauenswürdigen Vertreter dieser Gattung zu begegnen, kann man die vielfältigen Bedenken natürlich nur bedingt nachvollziehen – wohl aber respektieren. Und das sollte auch jeder halbwegs ordentliche Berater so halten.

Um also auf obige Frage zu antworten:
Ja. Weil die Grundlagen dafür in jedem Menschen von Geburt an vorhanden sind und dazu nichts weiter nötig ist, als der Wille zur Veränderung – aber deswegen auch Nein. Weil viele Menschen sich von Gegebenheiten, Mustern und körperlichen Leiden gestützt fühlen und die Aussicht, sich selbst oder ihre Gewohnheiten verändern zu müssen, mehr Unwohlsein verursacht als die bisherigen Beschwerden.

Mit dieser Erkenntnis meinerseits möchte ich die GH-Artikelreihe (vorerst) beenden, soll ja hier kein missionarischer Blog werden…
Wer sich für mehr Infos interessiert, darf mir aber jederzeit eine Mail schreiben: blog@designerhaase.de.

Apr 122011
 

Seit einiger Zeit können sich völlig gelangweilte, unterforderte Menschen im Internet Probleme kaufen, ist ja kaum zu glauben. Und es gibt tatsächlich Publikum, das sich für diesen Sch sich meinem Verständnis entziehenden Hype begeistert und gutes Geld in solche Aufgaben wie „Besorgen Sie sich 100 Ziegelsteine, errichten Sie auf offener Straße eine Mauer, bringen Sie ein Graffiti an und zerstören Sie ihr Werk dann mit einem Vorschlaghammer“ investieren.*

Sagt mal, geht’s noch?

Also Leute, wenn ihr wirklich so viel überflüssige Zeit habt, dass ihr sie mit sinnfreien, kostenpflichtigen Anweisungen eines Unbekannten totschlagen müsst, dann hätte ich hier ein paar absolut kostenfreie, nicht minder hirnlose Anregungen für euch:

  • Finden Sie heraus, wieviele Nudelpampe-verklebte Strumpfhosen man täglich maximal ertragen kann.
  • Kauen Sie so lange auf einem Stück Brot, bis man es mühelos in das Gewebe einer Tischdecke einarbeiten kann.
  • Finden Sie heraus, ab wie vielen Schnupfennasen man für einen adäquaten Taschentuch-Vorrat anbauen muss.
  • Niesen Sie so oft, bis erste Schäden an einem beliebigen Organ nachweisbar sind.
  • Finden Sie heraus, wie oft ein Computer abstürzen muss, bevor man endlich die vermaledeite Grafikkarte austauscht.
  • Stecken Sie so viele Spielfiguren wie möglich hinter die Griffklappe eines Geschirrspülers und holen Sie sie danach auch wieder raus.
  • Finden Sie heraus, wie voll eine Windel maximal sein darf, um gerade noch nicht auszulaufen.
  • Schreiben Sie so viele Hass-Mails an einen Softwareentwickler, dass auf dessen Webseite freiwillig auf einen Bug in der alten Version hingewiesen wird.
  • Finden Sie heraus, ab welchem Geisteszustand man psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen sollte.
  • Verteilen Sie Ihr Mittagessen so großflächig auf Ihrem Körper, dass Sie noch den ganzen Tag Reste davon verstreuen können.
  • Finden Sie heraus, wie oft man vergeblich versuchen muss, sich an gute Einfälle zu erinnern, bevor man sie endlich gleich aufschreibt.
  • Schreien Sie eine halbe Stunde lang in einer hochfrequenten Tonlage ohne hörbare Beeinträchtigungen der Stimmbänder zu erleiden.

Na, was dabei?
Ich weiß, euch geht es um das Erfolgserlebnis, das positive Gefühl, eine Aufgabe bewältigt zu haben.
Aber kann man dann nicht ein Bild malen, ein paar Kilometer joggen oder ein Vogelhäuschen basteln? Einfach in irgendeiner Form Eigeninitiative aufbringen?
Damit kommt man zwar nicht in die Hall of fame und es ist auch nicht ganz so cool, aber glaubt mir, es befriedigt wesentlich mehr, wenn man sich das zu lösende Problem vorher auch noch einfallen lässt…

 

*Habe ich irgendwo im Fernsehen gesehen – sorry, genauer kann ich die Quelle nicht angeben.

Feb 062011
 

So, als erstes möchte ich mich bei allen Lesern für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigen, die meine Radikal-Aktion verursacht hat, aber jetzt ist der Umzug auf den neuen Server nach diversen technischen Problemen endlich erledigt.

Und weil ich Probleme (scheinbar) am liebsten im Verbund habe, musste ich auch noch ein eigenes Theme basteln.
Ganz zufrieden bin ich zwar noch nicht, aber ich will endlich wieder ordentlich posten können, deswegen müsst ihr den Anblick ertragen, bis ich Zeit habe, alle Mängel zu eliminieren.

Ich hoffe, dass alles so weit wieder funktionsfähig ist, wenn nicht, würde ich mich über eine Nachricht freuen.
Ansonsten wünsche ich euch eine gute restliche Nacht – hoffentlich bis bald.

Jan 162011
 

Kind aufgeräumtUnser Jüngster hat uns einige Zeit ganz schön auf Trab gehalten, weil er ununterbrochen ohne Rücksicht auf Verluste irgendwelche waghalsigen Manöver startet. Mit 10 Monaten fing er an, auf Stühle zu klettern und auf der Sitzfläche stehend an der Lehne zu rütteln, so dass wir diese irgendwann auf die Seite legten. Danach kletterte er auf die Stühle und schlüpfte rückwärts unter der Armlehne durch wieder nach unten – 10, 15 Mal hintereinander. Oder vom Stuhl auf den Tisch. Als nächstes flitzte er wie der Wind die Treppen nach oben, wenn eine Tür offen blieb. Im Moment klettert er auf den Hochstuhl unserer Dreijährigen, um aus ihrem Glas zu trinken. Oder unter seinem Stuhl durch, wo er sich dann verklemmt.
Aber weil er seine Eltern liebt und begriffen hat, dass er uns eine Herzattacke nach der anderen beschert – vielleicht ist er aber auch einfach vorsichtiger geworden – versucht er nicht mehr, sich umzudrehen und denselben Weg zurückzugehen. Wenn er in einer verfahrenen Situation steckt, lässt er uns das wissen.
Ganz dezent.
Mit einem „Äh — äh — äh“, so wie bei „Äh – ich habe da ein Problem.“
Und wartet, bis wir kommen.

Wenn wir also ein „Äh — äh — äh“ hören, wenn er nicht gerade neben uns steht und hochgehoben werden will, dann stecken vielleicht seine Finger in einer geschlossenen Schublade. Oder er hängt mit einem Bein auf Halshöhe quer unter dem Hochstuhl. Oder er ist auf eine Höhe geklettert, bei der er mit auf den Bauch legen und Füße runterhängen keinen Boden mehr erreicht – bzw. sich nicht mehr auf den Bauch legen kann (siehe Bild).

Dann flitzen wir los und retten ihn, mit erhöhtem Puls, aber ohne Herzinfarkt.
Ist das nicht toll?

Ob er nie schreit und kein Schmerzempfinden hat?
Doch, doch – wenn ich ihm auf die Finger klopfe, weil er mich zwickt, dann kann er ganz herzzereißend heulen.

Okt 152010
 

Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, ob ich meinen Computer Darth Vader oder Black Hole nennen soll. Die letzte Zeit habe ich ersteres favorisiert, zum Einen, weil die Geräusche der Kiste sich ziemlich ähnlich anhörten *, zum Anderen, weil er jeden meiner (Arbeits-)Feldzüge mit (Absturz-)Vergeltungsschlägen zunichte machte. Gestern allerdings hat er sich letzteren Namen redlich verdient: Mit einem bösen, hinterhältigen Fenster hat er mich überrumpelt und meine (ungewollte) Erlaubnis zur Komprimierung der E-Mails erhalten. Und ist natürlich während der Komprimierung – abgestürzt. Die Folge: ein guter Teil meiner E-Mails ist im Nichts verschwunden.

Irgendwie macht es keinen Spaß mehr, alle  fünf Minuten meine Dokumente zu sichern und die Schimpfwörter gehen mir auch aus. ** Wobei sich schon ein gewisses Gefühl des Triumphs einstellt, wenn er direkt nach dem Sichern abstürzt. „Haha, zu spät! Zu spät! Du hast es voll versemmelt!“
Langsam glaube ich, das Gerät hat einen schlechten Einfluss auf mich – zumindest ist die Grenze zur Personifizierung längst überschritten. Werde ich jetzt zu einer Pannenshow-Dumpfbacke, die ihre Tastatur an der Schreibtischkante zertrümmert und den Bildschirm anbrüllt? Mit Sicherheit nicht, den die beiden können ja nun wirklich nichts dafür. Ich werde mich auf den Boden knien und den tatsächlich Schuldigen zur Sau machen.

* Zum Glück arbeite ich gerade am Laptop, denn eben in diesem Moment wurde der Bildschirm hübsch blau und das **** Teil ist gerade wieder am Booten.
** Schon wieder.

Aug 252010
 

Na, das mit „morgen“ war ja wohl nichts – die letzte Woche war aber auch eine Katastrophenwoche. Weiß jemand, warum Probleme grundsätzlich im Rudel auftauchen? Muss etwas mit Murphy’s Law zu tun haben…
Überfliegen wir einmal die vergangenen Tage:
19. August: Wir möchten einen Carport bauen, unsere Nachbarn sind dagegen. Eine gütliche Einigung will irgendwie nicht klappen. Eine andere Nachbarin schickt ihre vierjährige Tochter zu uns, um mit der älteren einen Ausflug zu machen. Ich muss meine Termine absagen und beschwere mich am Abend bei ihr.
20. August: Mein Mann legt sich mit oben genannter Nachbarin an, deren Kinder wir quasi schon adoptiert haben, weil sie ihren Ärger über meine Beschwerde jetzt an unserer Tochter auslässt. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll, da ihre und unsere Kinder sich gerne mögen.
21. August: Unsere Tochter erzählt uns, das sie von besagter Nachbarin beschimpft worden ist, wir sehen uns (nach wochenlanger Vorgeschichte) gezwungen, jetzt doch den Kontakt abzubrechen.
22. August: Unser Carport-Nachbar stellt uns vor die Wahl, so zu bauen, wie er es sich vorstellt oder auf gute Nachbarschaft zu verzichten. Wir überlegen, ob wir seine Forderungen erfüllen können, aber es ist beim besten Willen nicht möglich.
23. August: Wir erfahren, dass unser Au-Pair definitiv nicht kommen wird, da ihr Vater gestorben ist und sie außerdem nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Die angebotene Alternative scheint nett zu sein – kann aber dann doch nicht kommen. In der Nähe arbeitet ein Bagger, wir fragen den Fahrer, ob er uns den Carportbereich ausheben kann. Er meint, er hätte evtl. morgen Zeit.
24. August: Der Baggerfahrer hat keine Zeit. Mein neues Auto ist auch immer noch nicht da. Haben Sie schon einmal versucht, drei Kinder (mit Kindersitzen) in einen zweitürigen Fiesta (ohne Klimaanlage) zu packen? Na wenigstens brauchen wir dann den Carport noch nicht…
Dann der erste Lichtblick: Unsere Carport-Nachbarin gesteht uns zu, dass es wirklich nicht funktioniert, ihre Wünsche zu erfüllen.
25. August: Wir starten positiv in einen neuen, glückbringenden Tag, der uns mit Sonnenschein und einem fröhlichen Baby weckte, während die beiden großen noch friedlich in ihren Betten schlafen. So, Murphy, jetzt zeig‘, was Du kannst…

Aug 162010
 

Jetzt ist es so weit: Heute hat die Au-Pair-Agentur eine Beschwerde-Mail von mir erhalten. Alles habe ich ihr um die Ohren gehauen, dass die Agentur sich nicht meldet, dass das Au-Pair sich nicht meldet, dass gar kein Visumsantrag gestellt wurde, dass ich schon so viel Geld investieren musste und trotzdem alles selber mache, dass ich eine Stellungnahme und einen Termin erwarte – und was hat es gebracht?
Eine Antwort vom System, dass bis 21. August Urlaub gemacht wird.
Kann ich meinen Zorn mal kurz bis nächste Woche in die Kühltruhe legen? Oder ihn irgendwie in eine abspeicherbare elektronische Form wandeln?
Aber macht nichts, ich habe ihn einfach zwei Stunden später recycelt:
Eine Freundin meiner Tochter (beide 9) hat heute bei uns übernachtet. Um 10.00 Uhr kamen sie nach unten, unterhielten sich kurz mit mir und fragten, ob sie fernsehen dürften (nein, das war es noch gar nicht!). Ich schickte sie zum Waschen und Anziehen, als meine Tochter noch einmal kurz durch die Tür blickte und erklärte, ihre Freundin habe es nicht mehr auf die Toilette geschafft und das Bett nass gemacht – und weg war sie! Ich rief hinterher, was ich denn alles putzen müsse, sie rief zurück, nichts. Und Elefanten können fliegen! Ich ging nach oben, zog das Bett ab, wusch die Matratze und fragte danach die Freundin, ob sie zuhause auch ins Bett mache. „Nein“ war die Antwort. „Wieso dann bei uns?“, fragte ich. Jetzt festhalten! Ihre Antwort: „Ich war zu faul, aufzustehen, dann habe ich es nicht mehr geschafft.“ Ist das die Höhe? Muss man ihr noch etwas zu Essen geben, oder darf man sie gleich rausschmeißen? Ich habe meiner Tochter erklärt, diese Freundin hätte das letzte Mal bei uns übernachtet.
Und dann Frühstück gemacht und den Fernseher eingeschalten. Recycelter Zorn ist einfach nur halb so gut.

Jul 072010
 

Unser Au-Pair ist verschollen. bis vor Kurzem hatten wir regelmäßigen Kontakt, seit ich sie gefragt habe, wann sie denn nun käme, ward sie nicht mehr gesehen. Bzw. gelesen. Irgendwie läuft das mit unserem Au-Pair nicht so richtig gut…
Ich habe heute die Agentur gebeten, sich zu erkundigen – sehen wir einmal, was daraus wird. Vielleicht hat sie ja momentan keinen PC zur Verfügung oder sie arbeitet dauernd, um das Geld für den Flug zu verdienen oder ihr Vater ist krank…
Ach nein, das hatten wir ja schon.
Wie machen das denn andere Familien, ist das immer mit mehreren Monaten Warten und Ärgern verbunden? Oder habe ich nur ein besonders glückliches Händchen? Langsam werde ich bissig, stelle ich fest.
Also sehen wir das Ganze einmal positiv: Zumindest ist das Haus jetzt entrümpelt und das (Abstellraum-) Büro meines Mannes endlich ein Gästezimmer, unsere Unterlagen wurden aus Platzgründen ausgemistet und ich finde inzwischen 90% aller gesuchten Gegenstände auf Anhieb.
Einzig meine Arbeit hat sich noch mehr aufgetürmt…
Deswegen wollte ich ja auch ein Au-Pair…

Jun 202010
 

So ein Blog ist ja eigentlich als Tagebuch gedacht, aber im Moment klappt es bei mir nicht einmal mit Wochenbuch…
Die Zeitnot ist ja nichts Neues – warum erstelle ich dann auch noch einen Blog? Dazu kam es so:
Am 14. Mai entschlossen wir uns, ein Au-Pair aufzunehmen, das vormittags die Kinder betreut und Ordnung macht, damit ich arbeiten kann und nachmittags mit uns das Leben genießt. Also kontaktierten wir eine Agentur, suchten ein Mädchen aus und waren glücklich. Der Kontakt war sehr nett, das Visum bald beantragt. Vor lauter Freude dachte ich mir: jetzt hast Du endlich Zeit für einen Blog! Und schon war er online. Dann hörten wir einige Zeit nichts mehr. Plötzlich schrieb sie uns, ihr Vater wäre gestürzt, deswegen hätte sie sich nicht mehr melden können. Und heute folgte der Schock: sie müsste die Behandlung ihres Vaters finanzieren und möchte, dass wir ihr dafür das Flugticket vorstrecken – im Wert von 1200,- EUR!
Ist das eine Betrugsmasche oder ist es eine Betrugsmasche?
Wir haben sofort die Agentur kontaktiert und warten jetzt auf einen neuen Vorschlag – das verzögert die Sache ganz schön. Enttäuscht sind wir natürlich auch, schließlich baut man eine Verbindung auf und öffnet sich, um dann eine Ohrfeige zu erhalten. Aber da hilft jetzt kein Heulen und Zähneknirschen: warten wir einfach ab, was aus den beiden wird – dem Au-pair und dem Blog.

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