Dez 162011
 

Ich finde, es ist mal wieder an der Zeit, ein paar Worte über meine Kinder zu verlieren, weil sie wirklich fantastisch sind und diese Momente in der Hektik des Alltags schnell verloren gehen.

Heute war endlich der große Tag, auf den unsere Älteste schon lange voller Spannung gewartet hat: sie durfte die heiß ersehnte halbjährliche Karateprüfung ablegen. Sie ist wirklich mit Herz bei der Sache und war – zu Recht! – riesig stolz, dass sie als einzige Teilnehmerin den Anwärter überspringen durfte und direkt den nächsten (orangen) Gurt erhielt. Toll gemacht, wir sind echt stolz auf Dich! Jetzt kann der Autogramm-Gurt ausschließlich als Erinnerungs- und Dekostück geschont werden.

Unsere Mittlere erstaunt uns gerade mit ihrem Lerneifer, sie kann inzwischen schon bis zwanzig zählen, eine ganze Reihe Buchstaben schreiben und sehr geschickt mit Stift und Schere umgehen. Vor drei Monaten machten wir uns noch Sorgen, ob sie aus sich herausgehen kann, weil sie quasi vor jedem Fremden die Flucht ergriff – jetzt kümmert sie sich rührend um jüngere Kindergartenkinder, knuddelt ihre Freundinnen und gibt den Kindergärtnerinnen beim Verabschieden von sich aus die Hand.

Unser Jüngster hat schon frühmorgens alle Kindergärtnerinnen-Herzen auf seiner Seite, wenn er immer gut gelaunt „Hallo“ oder „Moagen“ kräht und sich einzeln mit „tsüs“ verabschiedet. Oder „Dadte“ sagt, wenn man ihm hilft. Nebenbei ist er noch Vollblut-Gentleman: er hilft sowohl seiner Schwester als auch mir beim Schuhe an- und ausziehen und es sieht außerdem wirklich putzig aus, wenn er als Zweijähriger seiner vierjährigen Schwester die Mütze aufsetzt oder ihr in die Jacke hilft. Er reicht mir beim Einheizen das Feuerholz und befüllt die Waschmaschine – nur das richtige Waschprogramm findet er selten, aber das bekommen wir auch noch hin.

Heute verabschiedete er sich wieder mit einem extrem charmanten „Tsühüs“ von einer Kindergärtnerin, die daraufhin lachen musste. Seine Schwester schüttelte nur wissend lächelnd den Kopf und meinte: „Der kleine Kerl…“
Das Wort Schwerenöter kennt sie noch nicht.

Hach – da kann man dann schon wieder über mit Edding bemalte Wände und gerupfte Pflanzen hinwegsehen…

Sep 262011
 

Langsam und widerwillig steuerte ich den Wagen auf den Abgrund zu. Schweißperlen standen auf meiner Stirn, als sich die Nebelwand in mein Blickfeld schob, in die ich in Kürze würde eintauchen müssen. Nur noch Sekunden trennten mich vom endgültigen Verlust des Sonnenlichts.

Das Grauen kroch meinen Rücken hoch und sträubte meine Nackenhaare, als ich die Nebelgrenze durchbrach. Schließlich erreichte ich mein Ziel und wagte kaum, daran zu denken, dass ich mein Kind, mein eigen Fleisch und Blut, am Ende der Welt absetzten und seinem Schicksal überlassen musste…

… im Kindergarten.

Sep 192011
 

So, jetzt haben wir also die erste Neuer-Alltag-Woche hinter uns, in die gleich alles reingepackt war, was irgendwie möglich ist. Anstrengend ist sie gewesen, nicht nur wegen der Umstellung am Morgen, sondern auch, weil sich unser Kindergartenkind gleich seine erste Erkältung eingefangen und dem kleinen Bruder vererbt hat.
Wer schon einmal drei Nächte mit Zwergen im Bett verbracht hat, weiß, wie der Schlaf dann aussieht und wenn die Nacht dann auch noch um 5:30 Uhr zu Ende ist, hält sich der Elan für das große Arbeitsprojekt ziemlich in Grenzen.
Am Samstag, nach meinem Ausbildungs-Übungstag hatten wir dann ein Grillfest bei meiner Familie, am Sonntag hatte mein Schwiegervater Geburtstag und heute, wo es nach dem üppigen Wochenende eigentlich nur kalte Küche geben sollte, versäumte meine Große den Bus und ich musste sie und eine Freundin holen, die dann zum Essen blieb (dass ich schnell noch kochte).

Leute, ich sage es euch: Ich bin platt.
Ein etwas langsamerer Einstieg wäre schon schön gewesen.
Dafür kann es jetzt nur besser bzw. ruhiger werden – ich freue mich schon darauf.

Und weil ich in der vergangenen Woche gar nicht mehr dazu gekommen bin, hier ein paar Zeilen zu schreiben, zeige ich jetzt noch schnell den Sonnenaufgang vom letzten Donnerstag, weil es da (noch) so schön war. Und wenn ihr die Häuser genau anguckt, dann seht ihr, dass wir über dem Bodennebel wohnen, der Riedenburg noch zwei, drei Stunden den Anblick der Sonne verwehrt…

Sep 062011
 

Langsam zeigen sich die ersten Anzeichen des nahenden Herbstes:
morgens ist es schon recht kühl und abends früher dunkel, wilde Äpfel leuchten rot von den Bäumen und die Hagebutten glänzen in der Sonne.

Ich mag diese Zeit gerne, vor allem, wenn das Laub anfängt, sich zu verfärben. Das Altmühltal wird dann zu einem zauberhaften Farbreigen, den ich sicher noch hier zeigen werde.
Aber dieser Altweibersommer wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben:
Eine Woche noch und für unsere Mädels beginnt nicht nur der Herbst, sondern ein neuer Lebensabschnitt.
Die Große macht einen weiteren Schritt in die Selbständigkeit und besucht ab jetzt das 19km entfernte Gymnasium und die Mittlere darf nach wochenlangem Warten endlich in den Kindergarten.

Jetzt muss unser Jüngster alleine die Stellung halten – aber nachdem er Aufruhr für drei macht, wird sich für mich außer den unmenschlichen Weckzeiten erst einmal nicht viel ändern… ;)

Na ja – und Bloggen nach zehn wird auch nicht mehr geh’n.
Vorerst.
Bis zur Akklimatisierung.

Jan 282011
 

SchneeHallo liebe Leser – mir geht es gut.
Ich bin noch nicht in Ruhestand.
Der Winter ist noch nicht vorbei.
Meine Große geht noch nicht ins Gymnasium.
Die Mittlere noch nicht in den Kindergarten.

Rein vom Zeitaufwand und den Leistungen her, die zu diesen Themen in der letzten Zeit erbracht worden sind, sollte das alles schon längst eingetreten sein.
Gefühlsmäßig zumindest.
Ist es aber noch nicht.

Aber was soll die Jammerei, eigentlich läuft doch alles prima:

die Kleine hat erst geweint, als sie vom Kindergarten wieder nach Hause musste und die Große hat nach Mamas Eselsbrückenpaukerei (europäische Länder und Hauptstädte, deutsche Bundesländer und Hauptstädte, bayerische Regierungsbezirke und Hauptstädte) eine Eins geschrieben – somit haben wir die Aufnahmeprüfung umschifft und Mama kann jetzt auch ad hoc alles aufzählen (was sie vorher noch nicht konnte *räusper* bzw. *schäm*).

Der Winter wird sich zwar noch nicht verabschieden, erfreut mich aber gerade mit Sonnenschein und Glitzerschnee und das mit dem Ruhestand ist auch noch nicht so eilig – ich habe gerade einen Rucksack voll schöner Aufträge…

Wenn es also wieder ein bisschen dauert bis zum nächsten Post – (noch) nicht verzweifeln.
Ich habe gerade Spaß.

P.S.: Sollte jemand von euch Langeweile haben, kann er die „noch nicht“-Anzahl dieses Posts bestimmen.

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