Feb 142012
 

Essen für fünf Personen kochen ist immer wieder eine Herausforderung, weil jeder irgendetwas anderes nicht mag. Besonders gespalten sind unsere Lager, wenn es Grießbrei gibt, den die beiden Kleinen und mein Mann lieben, während die Große am liebsten Reißaus nähme. Gestern war wieder einmal Grießbrei-Zeit und die Mittlere fragte, ob es morgen auch wieder dasselbe gäbe. Mein Mann erklärte, jetzt wäre erst einmal wieder Pause, weil ihre Schwester sonst auszieht und ich ihn ja auch nicht so gerne mag. Ich lenkte ein und meinte, mittags wäre er voll O.K., aber abends bevorzuge ich eben eher Pikantes.

Als wir dann beim Abendessen saßen, beobachtete mich die Mittlere eine Zeit lang und meinte plötzlich:
„Du Mama, ich weiß fei, warum es jetzt keinen Grießbrei gibt.“
Ich sah ihr abwartend ins Gesicht, während sie mich angrinste.
„Weil – der schmeckt dir nicht, wenn es dunkel ist.“

So kann man es auch sehen.

 

Jun 012011
 

Ich denke, es ist eine unumstrittene Tatsache, dass das kindliche Essverhalten von Haus aus unberechenbar ist und man sich pauschal nie sicher sein kann, ob das vorgesetzte, in liebevoller Kleinarbeit zusammengestellte Menü den anspruchsvollen Gaumen auch genügen wird. Manchmal aber kippt man trotz aller Abgebrühtheit aus den Socken, wenn wieder eine neue Marotte alle alten in den Schatten stellt:
Unsere vierjährige liebt Käse. Sie isst ihn mit Brot oder ohne, warm oder kalt, paniert, über Spaghetti gestreut oder auf der Pizza.
Heute gab es Nudelauflauf und sie bettelte um das letzte Stück Gouda, das nach dem Reiben übrigbleibt – eben, weil sie ihn gerne isst. Als dann aber der Auflauf auf dem Tisch stand, erklärte sie mir, dass sie nur Nudeln ohne Käse möchte, weil selbiger ihr nicht schmeckt.
Hallo?
Das ist DER Käse, den sie gerade eben noch pur gegessen hat! Den sie sich sonst auf die Nudeln kippt (und das meine ich wörtlich)!
Aber hier haben selbst die besten Argumente keine Chance –  der Käse wird standhaft verschmäht.
Verstehen kann ich das nicht. Muss ich auch nicht.
Ich mag den Käse auf dem Auflauf – bleibt mehr für mich.

Mrz 052011
 

Lange habe ich sie angekündigt, lange hatte ich keine Zeit – jetzt ist sie endlich fertig, meine neue Animation. Na ja, zumindest weitgehend.
Deswegen will ich auch ger nicht viele Worte verlieren und präsentiere ohne Umwege:

MIT ESSEN SPIELT MAN NICHT!

Nov 212010
 

Ich habe es ja immer geahnt – in unserern Adern fließt blaues Blut. Unsere dreijährige Tochter hat uns heute endlich ihren wahren Namen offenbart:

Kuste von DiBaaten.

Was für ein edler, klangvoller Name, nicht wahr? Nicht zu pompös, aber doch außergewöhnlich, zurückhaltend, aber nicht schlicht.
Wie sie darauf kommt?
Zum einen kann sie kein „r“ sprechen. Zum anderen hat sie noch gewisse Probleme mit der Zuordnung bestimmter Artikel.
Aber eigentlich wollte sie nur ein Stück Kruste vom Braten.

Nov 062010
 

Von wegen Website-Aktualisierung!
Haha!
Haaahaaaaaaaa. Ha.

14.20 Uhr
Der Kleine ist der Meinung, eine Stunde Schlaf reicht völlig. Ich hole ihn aus dem Bett und koche ihm seinen verspäteten Mittagsbrei. Wenigstens lässt er sich zügig füttern. Die Große fragt, wann wir endlich Kaffee trinken – ich habe ihr nämlich einen Donut gekauft.

14.50 Uhr
Jetzt endlich kann ich mich an den Computer setzen. Die Dreijährige möchte am anderen PC spielen, ich erlaube es nicht. Ich überarbeite die Angebote, die Kleine kritzelt auf meinen Faxen. Dabei entdecke ich eines, das ich am Wochenende noch erledigen muss. Mist. Ich  stelle neue Bilder ein, sie heult jetzt, weil sie nicht spielen darf. Ich lade die Daten hoch, sie ist bockig und sagt, dass sie jetzt in ihr Zimmer geht.
Das hätte ihr mal vor einer halben Stunde einfallen sollen.

15.30 Uhr
Fertig. Mein Mann taucht aus den Tiefen des Bastelkellers auf und erklärt mir, dass der extra neu gekaufte Dynamo am Rad unserer Tochter (das sie am Donnerstag für eine Polizei-überwachte Echtverkehr-Übung braucht, dazu muss es natürlich verkehrssicher sein) nicht geht. Ich muss ihn also bis Mittwoch umtauschen.

15.35 Uhr
Ich gehe jetzt einen Kaffee trinken. Vielleicht hilft’s.
Als ich in die Küche komme, erhalte ich sofort die olfaktorische Meldung, dass mein Sohn eine frische Windel braucht. Gerade, als ich mich auf den Weg mache, klingelt es. Ich habe den Tiefkühlkost-Lieferer völlig vergessen. Schnell suche ich im Prospekt, was ich brauche.

16.00 Uhr
Endlich kann ich mit meinem Mann Kaffee trinken. Er überlegt, ob er heute noch losfährt und den Dynamo umtauscht. Die Große verputzt nach dem Donut auch noch die letzten Kekse, die Kleine schreit, weil sie keine mehr erwischt.

16.30 Uhr
Mein Mann verlässt mich. Um das Rad in Ordnung zu bringen. Ich bin ihm sehr dankbar, dass ich das nicht mit drei Kindern im Schlepptau erledigen muss. Ich setze mich wieder an den Computer, um besagtes Fax abzuarbeiten, die Kleine darf endlich den Fernseher bemühen.

18.00 Uhr
Mein Mann ruft an, um mir zu sagen, dass jetzt alles funktioniert und er auf dem Heimweg ist. Ich kümmere mich um’s Abendessen. Der restliche Tagesablauf hat dann keine Überraschungen mehr zu bieten: Essen, Quatsch machen, Zähne putzen, drei Schlafanzüge anziehen.

20.30 Uhr
Alles erledigt. Ach ja, die Wäsche liegt noch und die Küche ruft vergebens – ich mag heute nicht mehr.

Diese Gegebenheiten und die darin auftauchenden Personen sind NICHT frei erfunden. Eventuelle Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Personen bedauere ich zutiefst, kann ich aber auch nicht ändern.

Nov 062010
 

Gestern Abend arbeitete ich noch ein wenig am Computer in der Gewissheit, dass ich heute ausschlafen kann. Ich weiß, mit Kindern ist Ausschlafen relativ, aber zumindest gibt es keine Termine und keinen Wecker. Allerdings ergab sich (wieder einmal) alles anders, als gedacht:

23.30 Uhr
Ich schalte die Kiste aus und gehe ins Bett. Alle anderen schlafen schon.

1.30 Uhr
Der Kleine jammert. Ich stehe auf und gehe in sein Zimmer, um ihn zu stillen.

4.50 Uhr
Mein Mann steht auf, er muss heute arbeiten.

6.45 Uhr
Der Kleine rührt sich. Ich ignoriere ihn in der Hoffnung, dass er wieder einschläft. Er erhört meine Bitten.

7.10 Uhr
Meine große Tochter kommt ins Schlafzimmer und legt mir etwas auf’s Nachtkästchen.

7.45 Uhr
Meine kleine Tochter reißt die Tür auf. „Mama, darf ich Fernseh sauen?“ – „NEIN!“

8.30 Uhr
Das Telefon klingelt. Eine „Freundin“ der Ältesten entschuldigt sich (für einen Vorfall von vor zwei Wochen) und fragt, ob sie kommen kann (weil sie keinen anderen Dummen findet, der ihre Diktatur erträgt).

8.45 Uhr
Ich stehe auf. Ich habe wirklich lange durchgehalten und – wenn auch nicht geschlafen – die warme Bettdecke genossen.

9.00 Uhr
Ich komme vom Duschen, öffne den Rollo und sehe einen Zettel auf meinem Nachtkästchen. Es ist eine Einladung zum Übertrittsinformationsabend in der Schule. Am 28.10.2010.

9.05 Uhr
Ich erkläre meiner Tochter, dass das ein sehr wichtiger Termin gewesen wäre. Es hört sich etwas anders an, als ich es hier schreibe.

10.10 Uhr
Der Kleine schläft immer noch und die Großen hüpfen im Schlafanzug herum, ich muss endlich zum Einkaufen. Ich wecke den Langschläfer auf, ziehe alle an und verspreche ihnen eine Breze beim Bäcker, weil es sonst zu spät wird.

10.30 Uhr
Das Telefon klingelt wieder, die Freundin versucht noch einmal ihr Glück. Ich sage ihr, dass wir jetzt Einkaufen müssen und deshalb keiner da ist.

10.35 Uhr
Nach mehreren Drohungen, sie alleine zuhause zu lassen (und der Tatsache, dass sie einfach Hunger hat), zieht sich die Dreijährige endlich Schuhe und Jacke an und wir können tatsächlich fahren.

11.45 Uhr
Frühstück und Einkauf sind erledigt und wir steuern wieder nach Hause. Weil es auf dem Weg liegt und die Zeit gerade noch so reicht, schleppe ich die ganze Mannschaft zur Autowerkstatt und bestelle noch schnell Winterreifen.

12.00 Uhr
Wir sind wieder zuhause und ich verräume das Eingekaufte. Die Kinder bestehen auf einem zweiten Frühstück – sprich Mittagessen. Also kümmere ich mich darum, unter anderem auch, weil es mein erstes Frühstück ist.

12.45 Uhr
Mein Mann kommt von der Arbeit nach Hause und kümmert sich gleich um die Reste des Mittagsfrühstücks. Nach Essen und Aufräumen bringe ich den Kleinen ins Bett und helfe den Mädels, ihre Zimmer aufzuräumen, während ihr Papa weiter an einem Kaminschutzgitter bastelt.

14.00 Uhr
Geschafft. Die dreckige Wäsche und die unordentliche Küche müssen kurz warten, sonst vergesse ich alles. Also schnell den bisherigen Ablauf in die Tastatur gehackt. Wow, heute war ja echt viel los! Gerade kommt noch eine Mail rein, dass die wöchentliche Aktualisierung einer Website jetzt schon am Samstag erledigt werden soll. Dann weiß ich ja, was ich als nächstes mache…

… to be continued…

Okt 212010
 

Unsere Dreijährige isst ihr Brot meistens in kleine Stücke geschnitten, damit weder harte Rinde noch plötzlicher Wurstschwund ein Aufessen verhindern. Manchmal allerdings bevorzugt sie ihr Frühstück im Stück, dann gibt es ein ohrenbetäubendes Gezeter, wenn man im Eifer deas Gefechts doch das Schnippeln anfängt. Aber wir sind ja verständnisvolle Eltern, deshalb fragen wir (ich komme mir schon vor wie eine Metzgerei-Verkäuferin): „Geschnitten oder im Stück?“ –  „Ja!“ – „Was jetzt? Kleine Stücke?“ – „Ja.“ – (Jetzt kommt die dumme Eltern-Sicherheitsfrage) „Oder ganz?“ – „Ja.“ – „Beides geht nicht, entweder das eine oder das andere.“ – „Ääh… Die andere.“
Vielen Dank für das Gespräch.

Okt 202010
 

Heute unterhielt ich mich mit meiner Mutter über das Kochen für die Familie. Im Gespräch meinte sie: „Es ist wirklich schwierig, der eine mag keine Pilze, der andere mag kein Rindfleisch…“
Daraufhin flüsterte unsere Älteste mir zu: „Du, Mama, was ist eigentlich Mackarinnfleisch?“

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