Dez 032010
 

Gestern haben mich die Schneemassen, von denen ich vorgestern schon erzählt habe, meinen sonst relativ ruhigen Vormittag gekostet: die Schulen des kompletten Landkreises hielten nämlich ihre Pforten geschlossen.
Tochter jubelt „Olé!“, Mutter murmelt „Oh nee!“, denn sie vermutet ganz stark, dass sich die Mädels jetzt schon am Vormittag in den Haaren haben – und sie hat Recht!

Da sitze ich also, wie üblich, arbeitenderweise vor meinem PC, als sich unser Jüngster meldet. Wie praktisch, dass die Älteste zuhause ist, die kann man schnell zur Kleinkind-Belustigung nach oben schicken, bis der Rest erledigt ist. Gesagt, getan und die Mittlere läuft gleich mit.
Ich tippe weiter, die Kinder spielen und lachen. Noch ein paar Klicks, inzwischen meckert die Große. Ich wage noch ein paar Zeilen, plötzlich lautes Poltern von oben und eine sich überschlagende Stimme der Großen. Also schnell alles speichern (es poltert weiter) und hurtig nach oben.
Zimmertür aufreißen, Pauschalschimpftirade loswerden und dann erst bemerken, dass nur die beiden Kleinen auf dem Boden sitzen. Nach einem kurzen HÄ?? nach der Großen rufen. Da tönt plötzlich eine Stimme aus dem Kleiderschrank: „Die hat mich eingesperrt und die Tür geht nicht mehr auf.“
Also nochmal die Kleine schimpfen, während ich die Tür aufmache, kurz innehalten und nach einem weiteren HÄ?? die Große fragen: „Warum hast du dich überhaupt einsperren lassen??“ Sie murmelt irgendwas von Spielen und sagt: „Sie hat es mir vorher gezeigt, da hat sie zu- und wieder aufsperren können!“
Ich erkläre ihr, dass eine Dreijährige in dieser Hinsicht wenig verlässlich und gegen die Türen schlagen auch keine Lösung ist. Darauf meint sie: „Ich habe ihr ja gesagt, dass sie dich holen soll, aber sie hat nur gelacht!“

Das habe ich auch. Aber erst, als ich alleine war.
Und alles nur wegen dem vielen Schnee.

Nov 062010
 

Von wegen Website-Aktualisierung!
Haha!
Haaahaaaaaaaa. Ha.

14.20 Uhr
Der Kleine ist der Meinung, eine Stunde Schlaf reicht völlig. Ich hole ihn aus dem Bett und koche ihm seinen verspäteten Mittagsbrei. Wenigstens lässt er sich zügig füttern. Die Große fragt, wann wir endlich Kaffee trinken – ich habe ihr nämlich einen Donut gekauft.

14.50 Uhr
Jetzt endlich kann ich mich an den Computer setzen. Die Dreijährige möchte am anderen PC spielen, ich erlaube es nicht. Ich überarbeite die Angebote, die Kleine kritzelt auf meinen Faxen. Dabei entdecke ich eines, das ich am Wochenende noch erledigen muss. Mist. Ich  stelle neue Bilder ein, sie heult jetzt, weil sie nicht spielen darf. Ich lade die Daten hoch, sie ist bockig und sagt, dass sie jetzt in ihr Zimmer geht.
Das hätte ihr mal vor einer halben Stunde einfallen sollen.

15.30 Uhr
Fertig. Mein Mann taucht aus den Tiefen des Bastelkellers auf und erklärt mir, dass der extra neu gekaufte Dynamo am Rad unserer Tochter (das sie am Donnerstag für eine Polizei-überwachte Echtverkehr-Übung braucht, dazu muss es natürlich verkehrssicher sein) nicht geht. Ich muss ihn also bis Mittwoch umtauschen.

15.35 Uhr
Ich gehe jetzt einen Kaffee trinken. Vielleicht hilft’s.
Als ich in die Küche komme, erhalte ich sofort die olfaktorische Meldung, dass mein Sohn eine frische Windel braucht. Gerade, als ich mich auf den Weg mache, klingelt es. Ich habe den Tiefkühlkost-Lieferer völlig vergessen. Schnell suche ich im Prospekt, was ich brauche.

16.00 Uhr
Endlich kann ich mit meinem Mann Kaffee trinken. Er überlegt, ob er heute noch losfährt und den Dynamo umtauscht. Die Große verputzt nach dem Donut auch noch die letzten Kekse, die Kleine schreit, weil sie keine mehr erwischt.

16.30 Uhr
Mein Mann verlässt mich. Um das Rad in Ordnung zu bringen. Ich bin ihm sehr dankbar, dass ich das nicht mit drei Kindern im Schlepptau erledigen muss. Ich setze mich wieder an den Computer, um besagtes Fax abzuarbeiten, die Kleine darf endlich den Fernseher bemühen.

18.00 Uhr
Mein Mann ruft an, um mir zu sagen, dass jetzt alles funktioniert und er auf dem Heimweg ist. Ich kümmere mich um’s Abendessen. Der restliche Tagesablauf hat dann keine Überraschungen mehr zu bieten: Essen, Quatsch machen, Zähne putzen, drei Schlafanzüge anziehen.

20.30 Uhr
Alles erledigt. Ach ja, die Wäsche liegt noch und die Küche ruft vergebens – ich mag heute nicht mehr.

Diese Gegebenheiten und die darin auftauchenden Personen sind NICHT frei erfunden. Eventuelle Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Personen bedauere ich zutiefst, kann ich aber auch nicht ändern.

Nov 062010
 

Gestern Abend arbeitete ich noch ein wenig am Computer in der Gewissheit, dass ich heute ausschlafen kann. Ich weiß, mit Kindern ist Ausschlafen relativ, aber zumindest gibt es keine Termine und keinen Wecker. Allerdings ergab sich (wieder einmal) alles anders, als gedacht:

23.30 Uhr
Ich schalte die Kiste aus und gehe ins Bett. Alle anderen schlafen schon.

1.30 Uhr
Der Kleine jammert. Ich stehe auf und gehe in sein Zimmer, um ihn zu stillen.

4.50 Uhr
Mein Mann steht auf, er muss heute arbeiten.

6.45 Uhr
Der Kleine rührt sich. Ich ignoriere ihn in der Hoffnung, dass er wieder einschläft. Er erhört meine Bitten.

7.10 Uhr
Meine große Tochter kommt ins Schlafzimmer und legt mir etwas auf’s Nachtkästchen.

7.45 Uhr
Meine kleine Tochter reißt die Tür auf. „Mama, darf ich Fernseh sauen?“ – „NEIN!“

8.30 Uhr
Das Telefon klingelt. Eine „Freundin“ der Ältesten entschuldigt sich (für einen Vorfall von vor zwei Wochen) und fragt, ob sie kommen kann (weil sie keinen anderen Dummen findet, der ihre Diktatur erträgt).

8.45 Uhr
Ich stehe auf. Ich habe wirklich lange durchgehalten und – wenn auch nicht geschlafen – die warme Bettdecke genossen.

9.00 Uhr
Ich komme vom Duschen, öffne den Rollo und sehe einen Zettel auf meinem Nachtkästchen. Es ist eine Einladung zum Übertrittsinformationsabend in der Schule. Am 28.10.2010.

9.05 Uhr
Ich erkläre meiner Tochter, dass das ein sehr wichtiger Termin gewesen wäre. Es hört sich etwas anders an, als ich es hier schreibe.

10.10 Uhr
Der Kleine schläft immer noch und die Großen hüpfen im Schlafanzug herum, ich muss endlich zum Einkaufen. Ich wecke den Langschläfer auf, ziehe alle an und verspreche ihnen eine Breze beim Bäcker, weil es sonst zu spät wird.

10.30 Uhr
Das Telefon klingelt wieder, die Freundin versucht noch einmal ihr Glück. Ich sage ihr, dass wir jetzt Einkaufen müssen und deshalb keiner da ist.

10.35 Uhr
Nach mehreren Drohungen, sie alleine zuhause zu lassen (und der Tatsache, dass sie einfach Hunger hat), zieht sich die Dreijährige endlich Schuhe und Jacke an und wir können tatsächlich fahren.

11.45 Uhr
Frühstück und Einkauf sind erledigt und wir steuern wieder nach Hause. Weil es auf dem Weg liegt und die Zeit gerade noch so reicht, schleppe ich die ganze Mannschaft zur Autowerkstatt und bestelle noch schnell Winterreifen.

12.00 Uhr
Wir sind wieder zuhause und ich verräume das Eingekaufte. Die Kinder bestehen auf einem zweiten Frühstück – sprich Mittagessen. Also kümmere ich mich darum, unter anderem auch, weil es mein erstes Frühstück ist.

12.45 Uhr
Mein Mann kommt von der Arbeit nach Hause und kümmert sich gleich um die Reste des Mittagsfrühstücks. Nach Essen und Aufräumen bringe ich den Kleinen ins Bett und helfe den Mädels, ihre Zimmer aufzuräumen, während ihr Papa weiter an einem Kaminschutzgitter bastelt.

14.00 Uhr
Geschafft. Die dreckige Wäsche und die unordentliche Küche müssen kurz warten, sonst vergesse ich alles. Also schnell den bisherigen Ablauf in die Tastatur gehackt. Wow, heute war ja echt viel los! Gerade kommt noch eine Mail rein, dass die wöchentliche Aktualisierung einer Website jetzt schon am Samstag erledigt werden soll. Dann weiß ich ja, was ich als nächstes mache…

… to be continued…

Okt 152010
 

Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, ob ich meinen Computer Darth Vader oder Black Hole nennen soll. Die letzte Zeit habe ich ersteres favorisiert, zum Einen, weil die Geräusche der Kiste sich ziemlich ähnlich anhörten *, zum Anderen, weil er jeden meiner (Arbeits-)Feldzüge mit (Absturz-)Vergeltungsschlägen zunichte machte. Gestern allerdings hat er sich letzteren Namen redlich verdient: Mit einem bösen, hinterhältigen Fenster hat er mich überrumpelt und meine (ungewollte) Erlaubnis zur Komprimierung der E-Mails erhalten. Und ist natürlich während der Komprimierung – abgestürzt. Die Folge: ein guter Teil meiner E-Mails ist im Nichts verschwunden.

Irgendwie macht es keinen Spaß mehr, alle  fünf Minuten meine Dokumente zu sichern und die Schimpfwörter gehen mir auch aus. ** Wobei sich schon ein gewisses Gefühl des Triumphs einstellt, wenn er direkt nach dem Sichern abstürzt. „Haha, zu spät! Zu spät! Du hast es voll versemmelt!“
Langsam glaube ich, das Gerät hat einen schlechten Einfluss auf mich – zumindest ist die Grenze zur Personifizierung längst überschritten. Werde ich jetzt zu einer Pannenshow-Dumpfbacke, die ihre Tastatur an der Schreibtischkante zertrümmert und den Bildschirm anbrüllt? Mit Sicherheit nicht, den die beiden können ja nun wirklich nichts dafür. Ich werde mich auf den Boden knien und den tatsächlich Schuldigen zur Sau machen.

* Zum Glück arbeite ich gerade am Laptop, denn eben in diesem Moment wurde der Bildschirm hübsch blau und das **** Teil ist gerade wieder am Booten.
** Schon wieder.

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