Jan 022014
 

Könnt ihr euch noch dunkel an meine Idee „Werk der Woche“ erinnern? Stellt euch vor, ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, das Projekt seinem Namen gerecht werden zu lassen. Hohe Ziele, ich weiß, ich weiß…
Aber – ihr werdet es nicht für möglich halten – ich kann dieses Jahr tatsächlich mit einem Superkracher beginnen.

Die Geschichte

Manche unter euch teilen meine Schwäche für Wolle und wissen genau, was passiert, wenn man über eine Lieblingsfarbe oder -beschaffenheit stolpert. Der Bestellfinger macht sich selbständig und schon ist ein Päckchen unterwegs. Und dann wird nach dem passenden Strickmuster gesucht (ich habe mir sagen lassen, geschickte Menschen machen das anders herum), nicht immer eine leichte Aufgabe. Wenn diese Hürde überwunden ist, würde man dann am liebsten schnell in ein Paralleluniversum mit 48-Stunden-Tagen auswandern. Da das aber leider nur selten funktioniert, dauert es halt einige Zeit bis zur Fertigstellung.

Die Anleitung

Als ich dieses Strickheft gekauft habe, hätte die Jacke mich noch nicht interessiert – jetzt, über sechs Jahre später, hat sich mein Geschmack so verändert, dass ich sie wirklich toll finde. Macht eben doch Sinn, solche Dinge aufzubewahren…
Ich habe das Modell 16 aus der Sabrina Nr. 7 (Juli 2007) ausgesucht und in der Größe 42/44 gearbeitet.

Natürlich habe ich das Ding NICHT in einer Woche gestrickt, aber es ist aktuell in dieser Woche fertig geworden und ich habe es am 31. Dezember das erste Mal getragen – so gesehen also wirklich und wahrhaftig mein Werk der Woche und ich bin stolz, es beendet zu haben, bevor es mir nicht mehr gefällt oder zu klein geworden ist… *hüstel*
Aber jetzt will ich es euch nicht länger vorenthalten, mein Ajourmusterjäckchen. So sieht es aus:

Ajourmusterjäckchen Ajourmusterjäckchen

Nov 132012
 

Heute beim Aufräumen ist mir der Drache in die Hände gefallen, den ich vor ein paar Monaten für meine Mittlere gehäkelt habe und weil ich schon ewig kein „Werk der Woche“ mehr gepostet habe (und ich das Ganze inzwischen „Werk des Jahres“ nennen könnte), habe ich schnell ein Foto gemacht, um den kleinen Kerl hier zu zeigen. Außerdem passt stricken und häkeln einfach wunderbar zu Herbst, Abend und Sofa und geht auch dann, wenn alles andere schon viel zu anstrengend ist.

Die Geschichte

Ende Juli habe ich in jugendlichem Leichtsinn meiner Mittleren versprochen, ihr diesen kleinen Drachen zu häkeln, den ich im Internet aufgestöbert habe. Natürlich musste ich postwendend ein passendes Garn suchen und sofort mit dem Tierchen anfangen, um dann sekündlich mit Fragen wie „Wann machst Du den Schwanz?“, „Wann ist der Flügel endlich fertig?“ oder „Wieso hast Du erst zwei Füße?“ genervt zu werden. Also investierte ich jede freie Abendminute in diverse Körperteile, damit Töchterchen beruhigt ins Bett gehen konnte – und es waren einige Abende und einige Minuten.

Die Anleitung

Wer also ein drachenliebendes kleines oder großes Kind kennt oder einfach nur so viel Freizeit hat, dass er sie beim besten Willen nicht füllen kann, findet die Anleitung für das Kuscheltier hier:

Fierce little dragon

Ein bisschen länger herumprobiert habe ich bei den Zacken und den Ohren, weil sie nicht dem normalen Häkelablauf entsprechen – das ist der Nachteil, wenn abends schon das halbe Hirn schläft. Im Großen und Ganzen ist es aber relativ einfach nachzumachen. Und wenn man wie ich immer ein paar übrige Wollknäuel, Füllwatte-Reste und Knöpfe zuhause hat, kann man sofort loslegen und kommt dann irgendwann in etwa zu so einem Ergebnis:

Nov 072011
 

Überall liegen unfertige Handarbeiten herum, auf meiner Festplatte türmen sich alle möglichen Fotos und für mein Halloween-Muffin-Rezept ist es eindeutig schon zu spät. Aber ich habe es endlich geschafft, ein älteres Projekt abzuschließen, das Dank des schönen Wetters noch nicht einmal seiner Zeit hinterherläuft und vielleicht noch jemanden dazu animiert, sich selbst so einen Hut zu stricken.

Die Geschichte

Ich bin weitgehend immun gegen klassische Shopping-Süchte, habe weder einen Klamotten-, noch Schuh-, noch MakeUp-Fimmel und kann recht gut einschätzen, was ich brauche und was nicht.
Außer bei Wolle.
Deswegen wird gelegentlich eine „Ui-ist-die-schön-Wolle“ gekauft, ohne schon irgendeinen Plan für die spätere Verarbeitung zu haben.
Aber zum Glück gibt es die unendlichen Weiten des Internets, in denen man immer wieder etwas zum Ausprobieren findet.

Die Anleitung

Wenn man also unbedingt eine Packung Filzwolle kaufen muss, obwohl man keine Ahnung hat, wofür, dann ist diese Anleitung genau richtig:

Filz-Hut

Auf die Maschenprobe habe ich verzichtet, weil alles, was zu klein ausfällt, meine Töchter tragen, aber auch mit einer völlig anderen Wolle hat sowohl die benötigte Menge als auch die endgültige Größe gestimmt. Das Stricken ist auch für Ungeübte und Anfänger kein Problem und etwaige Unregelmäßigkeiten verschwinden sowieso beim Filzen. Der fertige Hut ist angenehm zu tragen (sogar für mich als Schafwolle-Hasser) und schön warm.
Und so sieht das gute Stück jetzt nach der zweiten Wäsche aus:

Okt 102011
 

Unglaublich, schon ist wieder Montag! Höchste Zeit also für mein Werk der Woche. Dieses Mal nicht ganz so spektakulär, dafür aber leicht nachzumachen:

Schnelle Kindermütze

Die Geschichte

Ich weiß nicht, wie es bei euch so ist, aber bei uns wurde es letzte Woche über Nacht Winter. Zumindest temperaturtechnisch. Am Freitag wollte mein Kindergartenkind unbedingt Handschuhe anziehen und zum Radfahren waren sie auch wirklich notwendig, von einer Mütze ganz zu schweigen. Und dann hatte ich da außerdem noch Restwolle von einem Pollunder herumliegen hatte, dessen Rückenteil spurlos verschwunden ist – aber das ist eine andere Geschichte.

Was liegt also näher, als – lediglich mit einer Schublade voll lila-rosa-türkisen Puschel-Fussel-Pompon-Mützen ausgestattet – dem Sohnemann etwas annähernd für „Männer“ Tragbares zu stricken? Wenn da nur nicht mein leidiges Anschlag-Problem wäre: passe ich ihn dem Kopf an, wird die Mütze zu groß, passt die Mütze, haben die Kinder eine Rille im Hirn. Also bei mir, andere sind da offensichtlich geschickter.
Aber: ich wäre nicht ich, wenn ich nicht irgendeine Lösung finden würde.

Die Anleitung

Ich hatte ca. 30g grünes Chenille-Garn (Bellisima von Gründl) übrig und kombinierte es mit Schwarz (ca. 60g). Dieses Garn wird normalerweise mit Nadelstärke 3 gestrickt, ich habe es doppelt mit Nadelstärke 5 verarbeitet. Je weniger Maschen noch übrig sind, umso schwieriger wird es, mit der Rundstricknadel zu arbeiten. Da ich kein Nadelspiel in Stärke 5 besitze, nehme ich zwei Rundstricknadeln abwechselnd und ziehe sie nach dem Abstricken durch, so dass die Nadel wieder auf der anderen Seite ist.

63 Maschen in einem Kontrastgarn anschlagen. Dann mit doppelt Schwarz in folgendem Muster in Runden arbeiten:
* 5 Maschen rechts, 2 Maschen links, ab * wiederholen.
Nach 15 Runden einen schwarzen Faden durch Grün ersetzen und weitere 5 Runden stricken.
In der 21. Runde in jeder 2. Rechts-Rippe (die 5 rechten Maschen) die zweite und dritte Masche zusammenstricken, dann eine Runde ohne Abnahmen. Das geht nicht genau aus, habe ich auch gemerkt, aber dann 2 Rippen hintereinander abnehmen und dafür in der 23. Runde 2 ohne Abnahme.
In der 23. Runde in den jeweils anderen Rippen die zweite und dritte Masche zusammenstricken, wieder eine Runde ohne Abnahmen.
In der 25. Runde wieder in den ersten Rippen die mittleren beiden Maschen zusammenstricken, dann eine Runde ohne Abnahmen.
In der 27. Runde dasselbe Spiel in den anderen Rippen.
In der 29. Runde in jeder zweiten Rippe die ersten beiden Maschen zusammenstricken, wieder eine Runde darüber.
In der 31. Reihe sind dann wieder die anderen Rippen dran und auch wieder eine Runde ohne Abnahmen.
Jetzt besteht das Muster aus abwechselnd 2 rechten und 2 linken Maschen (insgesamt 36 Maschen).
in der 33. Runde alle doppelten linken Maschen zusammenstricken, übrig bleiben 27 Maschen.
In der 34. Runde die doppelten rechten Maschen zusammenstricken, dann sind noch 18 Maschen übrig.
In der 35. Runde jeweils eine rechte und eine linke Masche rechts zusammenstricken, 9 Maschen übrig.
In der 36. Runde noch einmal jeweils 2 Maschen zusammenstricken (eine bleibt übrig) und die Fäden durch die verbliebenen 5 Maschen ziehen, verknoten und vernähen.
Dann das Kontrastgarn lösen und die Maschen auf einer Rundstricknadel aufnehmen. Jetzt einfach noch mit einem schwarzen und einem grünen Faden nach unten 5 Runden im Grundmuster stricken und dann locker abketten.

Fertig!

Diese Mütze passt sowohl unserem Jüngsten, als auch der Mittleren. Wer für ein Baby strickt, sollte 56 Maschen nehmen, ab 5 Jahre sollte es mit 70 Maschen funktionieren (das abwechselnde Abnehmen geht dann auch besser ;-) ).

Leider war mein Model heute ziemlich ungnädig, daher gibt es nur einen Schnappschuss vor dem Schuhregal, sollte ich irgendwann ein schöneres Bild knipsen können, reiche ich es nach.

Viel Spaß beim Nachmachen (oder den Profis beim Lachen)!

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