Jan 312012
 

Eigentlich sollte ich jetzt gerade meinen Koffer packen, was schon heute Morgen fällig gewesen wäre, wenn da nicht die Sonne ein wenig heller und die Luft ein wenig klarer gewesen wäre, als am Sonntag und unbedingt ein neues Bild nötig war…

Also noch ganz schnell, bevor ich weg bin und bevor der Januar weg ist, mein Beitrag zu zwölf2012.

Das Foto zeigt den Blick ins untere Altmühltal vom Kirchfelsen in Obereggersberg aus und der Eindruck täuscht nicht – vom Aussichtspunkt aus geht es ziemlich schnell ziemlich weit nach unten.

Ich bin wirklich froh, dass mein Mann die fantastische Idee hatte, dorthin zu fahren, denn obwohl der Ort mehr oder weniger ums Eck liegt, waren wir schon seit mindestens sieben Jahren nicht mehr da – eigentlich kaum zu glauben. Aber manchmal verliert man mit all den Ärgernissen und Pflichten des Alltags den Blick für die Schönheit, die einen umgibt – und damit meine ich nicht nur die Landschaft.

Jetzt aber dürft ihr auch endlich den Ausblick genießen:

Und damit verabschiede ich mich bis nächste Woche. Macht’s gut!

 

 

Jan 292012
 

19 Tage keine Posts – ich glaube, so lange habe ich noch nie pausiert. In meinen Entwürfen gammeln diverse Artikel vor sich hin, weil ich es einfach nicht geschafft habe, sie halbwegs ordentlich zu Ende zu bringen. Vielleicht, weil einfach zu viel Action war im Hause Haase. Vielleicht aber auch, weil ich den Kopf voller Dinge habe, die über meinen weiteren Lebensweg entscheiden und so triviale Dinge wie Blogartikel einfach in den Hintergrund schieben bzw. dort nicht verwurstet werden können.

Ich habe wieder einmal das Gefühl, vor einem riesigen Knoten in meinem Hirn zu stehen – allerdings habe ich dieses Mal ein Schwert in der Hand. Ich bin nur noch nicht ganz schlüssig, ob es schon scharf genug ist, oder ich es noch ein bisschen schleifen sollte. Oder ob ich dieses Ding so ganz ohne praktische Erfahrung überhaupt gut genug beherrschen kann, um erfolgreich das Wirrwarr zu beenden. Oder ob es schlichtweg zu einfach ist, den Knoten nicht mühsam per Hand auseinander zu pfriemeln.

Heute als die Sonne rauskam, war mir klar, dass ich endlich mein optimales Januarbild für zwölf2012 ablichten kann. Wenn ich denn schon ein Motiv hätte. Nachdem der Januar aber schon sehr fortgeschritten ist und ich am Mittwoch wieder in die Schweiz fahre und noch einiges vorbereiten muss, legte ich widerwillig einfach eines aus meinem Probierfundus fest. Mit der ganzen Familie im Auto tigerte ich los zum festgelegten Ort, als mein Mann mir spontan einen Vorschlag machte und alles Vordenken und Herumprobieren einem genialen, völlig anderem Motiv weichen durfte, das auch noch ganz besonderen symbolischen Charakter für mich hat.

Nein, es ist nicht zu einfach – Knoten dürfen zerschlagen werden.

 

Jan 102012
 

Heute ist es schon zum zehnten Mal Zeit für ein neues Bücher-Motto und ich muss wieder zwei Themen auf Eis legen und auf eine weniger aktivitätsgefüllte Zeit vertagen. Oder sein lassen, je nachdem, was noch so kommt.
Egal, jetzt gibt es auf jeden Fall folgendes Auswahlkriterium:

Schließe die Augen und nimm irgendein Buch aus dem Regal.
Alternativ nimm einen Stift, Block und mindestens einen Würfel (6-seitig). Bestimme die Anzahl deiner Regalböden (Doppelreihig zählt als je Reihe ein Boden), wenn du zu den Bibliophilen mit wenig Platz gehörst, jeder Karton im Keller oder Dachboden etc. zählt auch als ein Boden. Würfle jetzt für jeden Boden 2 mal und notiere die Werte als Wert 1 und Wert 2. Würfle je einmal für jeden Boden, bei 1-2 streiche Wert 2 durch, bei 3-4 streiche Wert 1 Durch, bei 5-6 lasse beide stehen. Addiere nun alle Werte, die nicht durchgestrichen wurden. Nimm den Würfel nochmals, bei ungeraden Zahlen zähle die Bücher ab dem ersten Boden, bei geraden rückwärts ab dem letzten Boden. Das letzte mal Würfeln bestimmt, wie viele Böden du noch überspringen darfst/musst, bevor das Zählen beginnt (Zählweise der Böden, wie bei den Büchern) .

Ich habe – natürlich – das Würfeldingens gewählt, habe dies aber meinen völlig unvoreingenommenen Sohn durchführen lassen und das Ergebnis „Dei“ erhalten. Nun, Buch Drei in meinem Regal war

Die Täuschung

von Caleb Carr

Auch dieses Buch ist wieder ein Grabbelkisten-Exemplar, bei dem mich der Klappentext überzeugt hat. Ich kann es zwar nicht uneingeschränkt empfehlen, da es ein paar Schwächen hat – trotzdem fand ich es faszinierend und in seinem Bezug zur gegenwärtigen Situation auch schockierend. Wer sich mit den negativen Seiten der Internet-Datenflut und der entstehenden Eigendynamik auseinandersetzen möchte, findet hier einige Ansatzpunkte. Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass es vor dem 11. September, nämlich im Jahr 2000 erschienen ist.
Inzwischen weiß ich, dass es als Fortsetzungsroman entstand, das erklärt die gelegentlichen überzeichneten Passagen, insgesamt ist es aber spannend und unterhaltsam. Einordnen würde ich es irgendwo zwischen technikverliebtem Science Fiction und Psycho-Thriller:

Im Jahr 2026 steht die Welt am Abgrund – vergiftete Meere, zerstörte Natur, Konflikte und Seuchen sind Fakt, werden aber von der Menschheit durch im großen Stil angelegte Informationsmanipulation nicht wahrgenommen. Während die Welt gebannt vor dem Bildschirm sitzt, gelangt der Kriminalpsychologe Dr. Gideon Wolfe in Besitz einer Diskette, die erschreckende Tatsachen über die Ermordung der amerikanischen Präsidentin ans Licht bringt. Seine diesbezüglichen Nachforschungen führen ihn zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Menschen mit sorgfältigen Fälschungen auf die Unzuverlässigkeit und Manipulierbarkeit der Massenmedien aufmerksam zu machen. Bald stellt sich jedoch die Erkenntnis ein, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, Feuer mit Feuer zu bekämpfen…

Die gesammelten Beiträge zum Projekt „52 Bücher“ gibt es hier.

 

Jan 062012
 

Unsere Vierjährige führte uns heute am Mittagstisch auf ihre Hand deutend vor, dass sie alle Bezeichnungen ihrer Finger kennt:

„Der kleine Finger, der Ringfinger, der Mittelfinger, der Fingerzeiger…“

Und irgendwie ist das doch genauso wahr, oder?

 

Jan 032012
 

Heute sind wir seit langer, langer, langer Zeit einmal wieder ganz ohne Hetzerei und ellenlange Aufgabenliste einfach nur um des Laufens Willen durch Regensburg gelaufen, um das schöne Wetter bei einem ausgedehnten Spaziergang zu genießen. Da dort, wo wir sonst parken und über die Steinerne Brücke in die Altstadt einfallen heute alles dicht war, stellten wir das Auto am Dultplatz ab und nahmen die nächste Brücke, den Eisernen Steg. Zum Glück, denn sonst wäre ich wohl weiterhin unwissend geblieben und hätte nie etwas von dieser vermutlich in Köln entstandenen Idee junger Paare erfahren und schon gar nicht diese Bilder posten können. Bilder von ganz besonderen, ewigen Liebesschwüren, die nicht so ohne Weiteres aufgehoben werden können, weil die passenden Schlüssel vermutlich alle in der Donau schlummern:

Liebes-Schlösser in Regensburg

Warum gerade der Eiserne Steg für diese Vorhängeschlösser auserkoren wurde, hat wohl mehrere Gründe: zum einen ist es der geschichtlich-symbolische Aspekt, denn die Brücke wurde im 2. Weltkrieg zerstört und danach nur notdürftig von den Amerikanern als Pontonbrücke wieder aufgebaut (was auch der Grund für die gewöhnungsbedürftige Optik ist) und existiert trotzdem noch. Zum anderen bietet gerade die provisorische Konstruktion des Stegs so viele Möglichkeiten, die Schlösser anzubringen. Bleibt für die bestehenden und kommenden Liebespaare nur zu hoffen, dass die Pläne für einen neuen Eisernen Steg weiterhin in ihren Schubladen der Dinge harren, die da – eben nicht – kommen.

Und weil es so schön ist, gleich noch ein paar Regensburg-Bilder hinterher:
Der Eiserne Steg einmal mit Altstadtblick und dann mit seinen Schlössern, ein typisches Altstadtgässchen, das Alte Rathaus und der Dom bei Nacht.

 

 

 

Jan 012012
 

Heute geht mein ganz spezieller Dank an Marianne, Andrea, Katja und DarkJohann:

Ihr seid wirklich spitze!

Weil ich bei meinem von euch gewünschten ekstatischen, famosen Rutsch mit hundertfachem Wunschrückfall direkt auf Janas Gewinnerliste zum Projekt zwölf2011 gelandet bin. Und auch, wenn mir das jetzt vermutlich keiner glaubt: das ist der erste – wirklich und wahrhaftig! – der erste Gewinn meines Lebens (mal abgesehen von überflüssigem Billigplunder für teuer gekaufte Jahrmarktslose).
Und außerdem ein wundervoller Beweis, dass man das zurückbekommt, was man in die Welt aussendet.

Vielen Dank euch allen und selbstverständlich auch all den Lesern und Wünschern, die nicht kommentiert haben.
Ich hoffe, dass ihr heute auch schon etwas von meinen aus ganzem Herzen kommenden Wünschen gespürt habt.

Und zum Schluss erfreue ich euch noch einfach so, weil es so schön ist, mit einem zwar verrauschtem, aber dafür endlich einmal scharfen Foto unserer alljährlichen Feuerzangenbowle.

Feuerzangenbowle

 

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