Nov 082011
 

„Was macht sie denn nur?“ werden jetzt alle fragen, die mein Zeitnot-Gejammer kennen, „schon wieder ein Projekt?“ Und sie haben nicht Unrecht!
Aber ich liebe nunmal Bücher und freue mich über jeden neuen Impuls – und bei 40 Teilnehmern gibt es mit Sicherheit viele davon. Außerdem ist es glücklicherweise auch nicht notwendig, jede Woche extra eines zu lesen, aber ich war ja mal mit etwas mehr Freizeit gesegnet und einige Wälzer sind zumindest grob noch irgendwo in meinem Hirn abgespeichert. Und Fellmonsterchens erstes Projekt-Thema kommt mir auch noch total entgegen:

„Das Buch, das Du zurzeit liest.“

Das bedeutet, es muss noch nicht fertiggelesen sein (dass es schon seit Wochen angelesen rumliegt, interessiert ja keinen) und mein Hirn muss (noch) keine Interpretations-Verknüpfungs-Besprechungs-Höchstleistungen bringen…
Aber zur Sache. Ich lese gerade:

Tristopolis – Dunkles Blut

von John Meaney

Ich oute mich hier gleich mal als Grabbelkisten-Mängelexemplar-Wühler, weil man mit drei Kindern im Schlepptau nicht gepflegt und überlegt in einem Buchladen ein passendes Buch suchen kann und diese im Vorbeigehen eingepackten Billigteile nicht so große Schmerzen im Geldbeutel verursachen, wenn sie sich als Fehlgriff entpuppen. Außerdem habe ich dort auch schon so manche Perle gefunden, meistens Fortsetzungen oder einen Teil einer Trilogie oder ähnliches, die ich bei Gefallen dann eben vervollständige.
Auch der Tristopolis-Roman ist eine Fortsetzung und ich werde mir den ersten Teil höchstwahrscheinlich schon wegen dem unglaublich skurrilen Ambiente der Geschichte zulegen, die irgendwo zwischen Fantasy, Science Fiction und Thriller anzusiedeln ist.
Hier ein kurzer Einblick ins erste Drittel:

In einer Welt, in der Menschen nach ihrem Tod durchaus auch mal als Zombies oder Wiedergänger zurückkehren und dann mit Randgruppenproblemen zu kämpfen haben, während weniger Betuchte ihre sterblichen – oder doch gar nicht so toten – Überreste der Energieerzeugung opfern müssen, sind auch lebende Möbel, Todeswölfe oder Aufzug-, Stachel- und Spürgeister nichts weiter als nebensächliche Alltagserscheinungen. Mitten in dieser schrägen und eher trostlosen Umgebung lebt die Hauptperson der Geschichte, der Polizei-Inspektor Donal Riordan, der neben seinem Sinn für Recht und Ordnung auch von Rachegelüsten gelenkt wird, die dem Mörder seiner Freundin Laura gelten. Während seiner diesbezüglichen Aktionen stößt er eher zufällig auf eine groß angelegte Manipulation der Bevölkerung. Selbst Besitzer eines Zombieherzens, verdankt er diesem Umstand die Immunität gegenüber dieser Verschwörung, deren Urheber und Ziel mir auf Seite 201 noch völlig schleierhaft sind – und genau das verursacht bei mir gerade Haarausfall, weil ich einfach nicht dazu komme, weiterzulesen…

Dieses Buch, an dem sich vermutlich die Geister scheiden (muahaha, welch Wortwitz) ist absolut lesenswert, allein schon wegen der wahnwitzigen Kreativität des Autors und den vielen schillernd gezeichneten Figuren. Es steckt voller Überraschungen und spannend ist es auch noch – vielleicht sperre ich mich ja einfach mal ein paar Stunden im Bad ein. Aber mit Oropax. ;-)

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  21 Responses to “52 Bücher – Nummer 1”

  1. Und schwupps — war es wieder ein Buch mehr auf der Wunschliste. :-) Hört sich schön skurril an, könnte mir gefallen!

    • Liebes Fellmonsterchen, erst mal ein dickes Lob: finde ich super, dass Du jedem Beitrag postwendend Aufmerksamkeit schenkst…
      Und ich freue mich natürlich besonders, wenn Du gleich etwas für die Wunschliste gefunden hast!

      • Das mach ich doch gern, immerhin bekomme ich von Euch super Buchtipps!
        (Wobei die schnelle Reaktionszeit nach meinem Urlaub etwas langsamer werden könnte, wenn mich die viele Arbeit wieder in die Mangel nimmt…)

  2. Oh, das klingt aber echt spannend… skurril ist immer gut, das mag ich…. und ich oute mich auch gleich mal als „Grabbelkisten-Mängelexemplar-Wühler“…. da habe ich schon viele tolle Sachen gefunden… zum Beispiel steht hier noch eine Tüte voller toller Bücher neben meinem Schreibtisch und wartet seit über einem Jahr (*schäm*) darauf, in einem Artikel verbloggt zu werden, bevor ich sie dann endlich, endlich ins (längst überfüllte) Bücherregal stellen kann.

    Also – „Tristopolis“ – Zack! auf die Wunschliste…

    Liebe Grüße und einen Eimer voll Zeit und Ruhe für’s Endlich-weiterlesen-können wünsche ich dir…
    :)

    • Bücher verbloggen ist eine phänomenal gute Sache, weil es wirklich schade ist, wenn die Erinnerungen langsam vergrauen und man nur noch sagen kann, das Buch war gut.
      Vielleicht fange ich mit „Tristopolis“ auch damit an…

      Und auf Dein überfülltes Bücherregal bin ich echt neidisch – ein Großteil meiner Besitztümer ist bei diversen Umzügen verschollen. *soifz*

      Aber heute werde ich die Runde machen und auch mal meine Wunschliste bestücken, dann kann ich ja wieder aufstocken, hihi…

      Liebe Grüße und vielen Dank für den Eimer! ;-)

  3. Da ich mit meiner Wunschliste erheblich sorgsamer umgehe als die Damen vor mir :mrgreen: die jedes zweite vorgestellte Buch da draufsetzen … egal, was wollte ich sagen? Ach ja, gefällt mir gut, kommt auf die Wunschliste ;-)

  4. Huhu,
    „wahnwitzige Kreativität des Autors“ – das klingt wirklich sehr, sehr verlockend :)
    Danke für diesen Tip!
    Ich werde dann mal Teil 1 auf meine Wunschliste setzen und mit meinem GöGa besprechen, wo wir demnächst noch ein neues Bücherregal aufstellen können… :lol:
    LG Silke

    • Hallo Silke,
      irgendwie haben wir alle geahnt, dass wir nach dem Projekt anbauen müssen, oder? :mrgreen:
      Mein GöGa hat mir übrigens höchstpersönlich nach meinem Entwurf ein Bücherregal gebaut – super, gell? Ich kann Dir ja bei Bedarf die Bauanleitung schicken… ;-)
      LG Daniela

  5. ui, das klingt ja … irrwitzig :)
    kannst du bitte den ersten teil alsbald lesen und vorstellen?!

  6. Hallo Ihr Bücherwürmer!
    Ich lese auch täglich, seit ich lesen kann, aber so Geister, Grusel, Fantasy mag ich nun gar nicht. Aktuell befasse ich mich mit einem Regensburg-Krimi :D

    Liebe Grüße!

  7. Das Buch klingt prinzipiell interessant, aber die Amazon Rezessionen schrecken mich dann schon wieder etwas ab, aber solche Bücher kann man ja prinzipiell immer im Hinterkopf behalten 8-O

    Ach ich habe einige Bücher,die ich aus der Grabbelbox mit Mängelexemplaren geholt habe.
    1 und 2 Fondationtrilogie haben dort sozusagen für mich ihre Anfang genommen.
    Der Invasions Zyklus von John Ringo und weitere Werke von ihm, hätte ich vermutlich so gar nicht entdeckt.
    Insofern finde ich das nicht seltsam, auch mal Mängelexemplare mitzunehmen. :lol:

    • Ja stimmt, bei Amazon wird der erste Teil ziemlich verrissen, aber Rezensionen haben mich noch nie wirklich gejuckt, da ich schon sehr oft ganz anderer Meinung war (ich bin aber auch kein kompetenter Buchkritiker… ;-) ).
      Das meinte ich damit, dass es die Geister scheiden wird…

      Die Foundation-Trilogie würde mich auch interessieren, John Ringo kenne ich nicht – kann man den Invasions-Zyklus in etwa auf der Perry Rhodan-Ebene ansiedeln (sorry, wenn ich jetzt völlig daneben liege)?

      Und: hoch lebe die Grabbelbox!

      • Die Asimov Bücher sind zwar Geschmackssache, aber mir haben sie gut gefallen.
        Einige Bücher haben sie vor ein paar Jahren mal wieder aufgelegt.
        http://tinyurl.com/7kxjo2o
        Die sind zwar sehr „Hari Seldon“ zentriert und man merkt, das die Geschichten schon etwas älter sind, da einige Techniken die wir heute schon haben etwas umständlich/futuristisch/seltsam/gnampf/hach ja beschrieben werden und vergiss nicht damals waren Atomkraftwerke noch Zukunftstechnologie.
        Es gibt auch noch eine menge Sekundärliteratur aber mit der Fondation Trilogie kann man mit dem Asimov Universum gut anfangen. :lol:

        John Ringo oder auch David Weber stehen für Military oder Military lastige SiFi , beide habe einige Serien draußen von den bisher erschienen habe ich nur (Honor Harrington) nicht. 8-O

  8. […] Tom Robbins. Von Herrn Dulsberg-Nord.               Tristopolis – John Meaney. Vom Designerhasen empfohlen.               Fermats letzter Satz – Simon Singh. Vorgestellt von Natira. […]

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