Nov 222011
 

Der Mensch sucht nach dem Ausgleich. Dem Ausgleich zwischen Familie und Karriere, Aktivität und Ruhe, Freiheit und Geborgenheit. Lauter Begriffe, die wahrscheinlich die wenigsten mit negativen Aspekten verbinden und demnach gerne vereinbaren wollen, die aber doch zwei entgegengesetzte Inhalte umschreiben.
Aber der Mensch nimmt genauso hin, dass es auch zwischen ganz anderen Gegensätzen einen Ausgleich geben muss: zwischen Glück und Unglück, Freude und Leid, Gut und Böse. Aber ist das wirklich so, will ich wirklich auch diese Gegensätze vereinbaren? Muss ich mich ständig zwischen Extremen hin- und herbewegen, das Negative in Kauf nehmen, um das Positive überhaupt spüren zu können? Ist das Ziel des Ausgleichs, weder Freude noch Trauer, weder Liebe noch Hass zu spüren und als lebloses, emotionsloses Neutrum zu vegetieren?

Meiner Meinung nach hat unsere Begriffsprägung uns gehörig auf den Holzweg geführt, da kein Mensch ein Leben ohne Liebe verbringen möchte und damit also ständig außerhalb des Ausgleichs, der Mitte leben müsste. Was uns sofort zu dem Trugschluss führt, dass man dann auch den Hass ertragen muss, um wieder einen Ausgleich zu finden. Eigentlich weiß der Mensch aber doch, dass Liebe nicht das Gegenteil von Hass ist und Liebe eben nicht dort aufhört, wo Hass anfängt. In jedem Hass steckt eine enttäuschte Liebe, heißt es. Wie sähe also ein Ausgleich zwischen den beiden Eigenschaften aus? Dass ich einen Menschen gleichzeitig hasse und liebe? Und damit zwei Extreme auslebe? Oder dass ich weder das eine noch das andere für ihn empfinde und ihm damit neutral gegenüberstehe? Ist das ein Zustand, den wir anstreben?

Viel bereichernder wäre es doch, immer glücklich, zufrieden, liebevoll zu sein. Aber gleich folgt der Einwand: Können wir Glück noch schätzen, wenn wir es immer haben? Muss man nicht auch einmal unglücklich sein, um überhaupt ein Gefühl für das Glücklichsein zu entwickeln?
Die Eigenschaft, Glück als solches empfinden zu können, hängt viel weniger von der Situation und Erfahrung als von der Einstellung ab. Der nörgelnde Vater zweier gesunder, aktiver Kinder, der über eine von seiner ihn liebenden Frau verursachte Schramme in seinem Auto jammert und sich über das ständige Unglück beschwert, das seine Kinder ihm bescheren, durchlebt seiner Meinung nach ständig Tiefen, denen einfach keine Höhen folgen. Der einsame Einsiedler auf der Alp, der aufgrund seiner unkomfortablen, entbehrungsreichen Lebensweise unser volles Mitleid sein Eigen nennen darf, hat jeden Morgen Tränen der Freude in den Augen, wenn er den Sonnenaufgang beobachtet.

Würde der Familienvater sich über den Sonnenaufgang genauso freuen? Bekäme der Einsiedler graue Haare wegen einem Lackschaden? Wer von den beiden hat denn nun mehr Glück? Oder ist Glück eben einfach Ansichtssache? Könnte der Familienvater sein Glück vielleicht genießen, wenn er nicht der Meinung wäre, es mit Unglück bezahlen zu müssen? Denn wer immer irgendeinen Schaden vorweisen kann, muss ja wohl – noch mehr – entlohnt werden, damit ein Ausgleich statt findet.

Vielleicht brauchen wir ein ganz anderes Konzept, um diesem Teufelskreis entrinnen zu können. Eigentlich liegt die Mitte nämlich gar nicht zwischen Glück und Unglück, die beiden Begriffe sind nur zwei Ausprägungen desselben Gedankens. Unglück entsteht immer dann, wenn wir zu wenig – oder zu viel Glück haben. Wenn wir das Gefühl haben, bevorzugt oder benachteiligt zu werden. Weil wir dann das Gefühl bekommen, weniger wert zu sein, nicht geachtet zu werden, und darüber unglücklich sind. Oder weil wir uns über die anderen erheben, einsam werden, und darüber unglücklich sind.
Aus dieser Sicht betrachtet liegt der Ausgleich im Glück. In dem Glück, das weder mir noch anderen schadet – und dabei kommt es auf gar keinen Fall auf die Menge an, sondern auf die Art, wie ich damit umgehe. Wie obiges Beispiel zeigen soll, kann man sich mit sehr wenigen Dingen sehr glücklich fühlen. Oder von anderen um ein erfülltes Leben beneidet werden, das man selbst als Qual empfindet.
Wie aber kann dann überhaupt ein Ausgleich stattfinden, wenn es keine einzige Richtlinie gibt?

Könnte unser Familienvater sein Glück fassen und es achten, würde er – natürlich weniger unglücklich sein, vor allem aber auch nicht mehr die Menschen vor den Kopf stoßen, die in weniger vorteilhaften Situationen leben und ihn als undankbar empfinden. Er hätte nicht mehr das Bedürfnis, Leid darzustellen, um zu beweisen, dass es einen Ausgleich zu seinem Glück gibt, wenn er sich von eben diesem Ausgleichsgedanken lösen könnte. Und in dem Moment, in dem er aufhört, sich selbst zu schaden, hört er gleichzeitig auf, anderen zu schaden und findet seinen Ausgleich, seine Mitte – im Glück. Und keiner nimmt es ihm übel.

Vielleicht hört sich das für viele ganz schön abgedreht an. Vielleicht sind das alles auch nur theoretische Hirngespinste.

Für mich ist es eine neue Lebenseinstellung. Denn ich darf glücklich sein, ohne dafür büßen zu müssen.

Nov 182011
 

Mein Werk der Woche ist dieses Mal wohl die Bewältigung von drei Kubikmetern Bügelwäsche – aber weil das keiner interessant findet und noch weniger jemand nachmachen will, zeige ich heute sozusagen ein Werk aus dem Archiv – inspiriert von Silke, der ich eine Bauanleitung für ein Bücherregal versprochen habe. Also Silke, pack den Akkuschrauber aus!

Die Geschichte

Bekanntlich bin ich ja selbständig, deswegen gibt es in unserem Haus einen wunderschönen Büroraum. Da dies nicht nur ein Arbeitsraum ist, sondern auch ein Besprechungszimmer, in dem ich meine Kunden empfange, sollte die Einrichtung nicht nur praktisch, sondern auch optisch ansprechend sein. Tisch und Schränke waren schnell ausgesucht, aber ich wollte auch noch ein Regal, in dem ich meine Arbeiten präsentieren und meine Lieblingsbücher unterbringen kann. Und dafür hatte ich auch schon eine Idee, leider fand ich nicht das passende Möbelstück. Also hieß es: selber basteln.

Die Anleitung

Der erste Schritt zum eigenen Regal ist ein Besuch im Baumarkt. Dort wird dann folgendes gekauft (bzw. nach Möglichkeit selbst zugeschnitten):

  • 5 Bretter mit den Maßen 200 x 30 x 2,8 cm
  • 2 Bretter mit den Maßen 166 x 30 x 2,8 cm
  • 16 Bretter mit den Maßen 38 x 30 x 2,8 cm
  • Holzschrauben
  • 64 verschraubbare Bodenträger (z.B. diese hier)
  • optional: Bretter für den Sockel (jeweils zweimal 162 x 5 x 2,8 cm und 20,4 x 5 x 2,8 cm)
  • optional: Holzlasur

Die beiden 166 cm langen Bretter dienen als Boden und Deckel, zwischen denen die fünf 200 cm langen Bretter in gleichmäßigen Abständen (38 cm Zwischenraum) von oben und unten verschraubt werden. Danach werden die Bodenträger angebracht: vom Boden zur ersten „Etage“ mit 38 cm Abstand (3 cm von der Außenkante nach innen versetzt), danach von Halter zu Halter mit 40,5 cm Abstand – so werden die Fächer annähernd quadratisch. Dann werden in die kleinen Bretter ebenfalls 3 cm nach innen versetzt Löcher gebohrt, die in die Bodenträger einrasten. So kann man das Regal dann eigentlich schon aufstellen.
Wenn man einen Hobbyschreiner zuhause hat, kann man optional die Bretter mit einer Fräse abrunden lassen und Sockelbretter von unten mit dem Bodenbrett verschrauben, die Schrauben müssen unbedingt versenkt werden, um Kratzer auf dem Boden zu vermeiden.
Danach kann nach Geschmack noch mit einer Lasur die Farbe an den Rest der Möblierung angepasst werden.

Zugegebenermaßen sollte man für diese Bastelei schon ein bisschen Erfahrung mitbringen – wenn aber alles einigermaßen geklappt hat, ist das Endergebnis superstabil und sieht ungefähr so aus:

Jetzt, wo ich es so sehe, sollte ich vielleicht mal wieder aussortieren… ;-)

 

Nov 162011
 

Meine Herbstlaub-Bilder werde ich jetzt wohl endgültig einmotten, aber Wasser und Enten – das geht doch immer, oder? Und außerdem sind sie erst eine Woche alt – kaum zu glauben, sieht aus wie im Sommer…

Nov 152011
 

Unsere Vierjährige hat seit einiger Zeit Schnupfen, in Verbindung mit der momentanen Kälte führte das zu rauher, schmerzender Haut rund um die Nase. Nach dem Abendessen habe ich sie eingecremt, kurz darauf schickte ich sie ins Bett (momentan schläft sie in meinem Bett ein und ich trage sie dann in ihres).
Sie wollte dann unbedingt noch einmal die Creme, aber ich fand es besser, das nicht gleich, sondern erst beim „Bettenwechsel“ zu wiederholen.

So weit, so gut.

Fünf Minuten später stand sie wieder unten und meinte: „Kannst Du das vielleicht doch lieber gleich nochmal einschmieren, sonst mache ich nachher vielleicht mein Kissen fettig und das mag ich nicht.“

Ja – und mein Kissen?? Da isses wurscht, oder was??
Tss – Kinder!

Nov 132011
 

Eigentlich vermeide ich es, andere Menschen mit den Extremen meines Musikgeschmacks zu belästigen, aber heute mache ich mal eine Ausnahme für einen ganz besonderen Titel. Ich gebe zu , das ist jetzt nicht unbedingt Musik für jeden Tag, aber auf jeden Fall einmal Reinhören wert. Und damit auch jene, die des österreichischen Dialekts nicht mächtig sind etwas davon haben, habe ich den Text ins – äh, Verständlichdeutsche übersetzt.

[jetzt Ruthie-korrigiert! ;-)]
Wo ist der Platz,
wo der Teufel seine Kinder kriegt
wo ist der Platz,
wo alles zusammenrennt
wo ist das Feuer
hey, wo geht denn gerade ein Blitz nieder
wo ist denn die Hütte,
wo die Scheune, die brennt

Sind wir grün, sind wir rot,
haben wir Geld oder Not,
sind wir dünn oder dick,
sind wir krank oder nicht,
gehen wir aus oder ein,
tun wir uns ab oder freuen,
wären wir Christen, hätten wir gewusst,
wo der Teufel baut in den Mist

Jeder weiß, dass das
Geld nicht auf der Wiese wächst
und essen kann man es auch nicht,
aber brennen täte es gut
aber verheizen tun wir Weizen
und die Rüben und den Mais
wenn wir lang so weiterheizen
brennt der Hut

Wo ist das Geld,
das überall fehlt
geniert sich den keiner
wieso kommen immer die nach vorne
die lügen, die die Wahrheit verbiegen
und wenn sie nicht bekommen, was sie wollen,
dann wird gestohlen
die Betrüger soll der Teufel holen

Wo ist der Platz,
wo der Teufel
seine Kinder kriegt
wo alles zusammenrennt
wo ist das Feuer
hey, wo geht denn gerade ein Blitz nieder
wo ist denn die Hütte,
wo die Scheune, die brennt

Jeder weiß, dass das
Geld nicht auf der Wiese wächst
und essen kann man es auch nicht,
aber brennen täte es gut
aber verheizen tun wir Weizen
und die Rüben und den Mais
wenn wir lang so weiterheizen
brennt der Hut

Nov 122011
 

Und schon sind wir in Woche 2 von Fellmonsterchens Projekt und dieses Mal lautet das Motto:

Psssst: jetzt kommt ein Geheimnis!
(Den Karneval- bzw. Faschingsbonus lasse ich mal aus, ist nicht so mein Ding…)

Spontan fiel mir beim Thema Geheimnis nicht ein Buch, sondern ein Autor ein: Ken Follett. Ich habe schon einige Bücher von ihm gelesen und eines hatten interessanterweise alle gemeinsam: die tragischen Auswirkungen eines zu lange gehüteten Geheimnisses. Am besten gefallen hat mir „Der dritte Zwilling“, weil mir aktuelle Themen mehr liegen als die historischen Schauplätze der anderen Romane.

Da aber sicher die meisten von Euch die Bücher bzw. deren Verfilmungen schon kennen, stelle ich ein (vermutlich?) nicht ganz so bekanntes Exemplar vor, das fast noch besser zum Motto passt:

Der Reinfall

von Carl Hiaasen

Diese mit einem Augenzwinkern erzählte Geschichte steckt so voller Ironie und trockenem Humor, dass man die bissige Kritik fast übersehen könnte und sich hin- und hergerissen fühlt zwischen schamloser Freude und Mitleid angesichts der Katastrophen, die über den Übeltäter hereinbrechen…

Die Hauptperson, Joey Perrone, ist glücklich verheiratet. Denkt sie. Denn auf der Kreuzfahrt anlässlich ihres zweiten Hochzeitstages wird sie eines besseren belehrt: ihr Mann Chaz wirft sie kurzerhand über Bord – nicht etwa wegen ihres Reichtums, vielmehr befürchtet er, sie könnte seinen krummen Touren auf die Schliche kommen. Heilfroh, die potentielle Zeugin beseitigt zu haben, kehrt Chaz in sein Leben zurück und wird dort so gar nicht mehr froh: (Pssst: jetzt kommt ein Geheimnis!) dummerweise hat Joey nämlich den Sturz überlebt und beschlossen, ihren Mann mit Hilfe ihres Retters Mick Stranahan als Tote heimzusuchen. Dadurch leidet nicht nur Chaz’s Nervenkostüm, sondern auch sein Auftraggeber verliert allmählich die Geduld mit dem nicht mehr ganz zurechnungsfähigen Komplizen…

Diese Buch war genau mein Fall und wer wie ich schwarzen Humor liebt und Gefallen an schrulligen Figuren findet, ist mit diesem Roman an der richtigen Adresse. Manchmal schrammt es zwar hart an der Grenze des guten Geschmacks, aber wen stört das schon… ;-)

Nov 112011
 

Das war er also, der berühmt-berüchtigte 11.11.11, an dem drei Millionen Paare heirateten und ein lokaler Faschingsverein das erste Mal seit Bestehen kein Prinzenpaar sein Eigen nennt (tja, so etwas reicht bei uns, um auf die Titelseite zu kommen). Eine fantastische 6er-Schnapszahl, die tatsächlich nur einmal pro Jahrtausend möglich ist – solange nicht irgendjemand ein 22-monatiges Jahr einführt.

Und wen juckt’s? Also, außer den Heiratswilligen und Faschingsfreunden?
Dabei ist dieses Datum auch aus numerologischer Sicht etwas Besonderes, denn die 1 steht, wie schon gesagt, für den Neubeginn und in dieser Häufung auch noch für unterschiedlichste (und leider auch unvereinbare) Möglichkeiten. Die 11 steht für den Ausbruch aus einem geschlossenen System, weswegen 2011 auch als Umbruchjahr gewertet wird. Solltet ihr also auch gerade in einer „so kann es nicht mehr weitergehen“- oder „irgendetwas muss sich ändern“-Phase sein, habt ihr jetzt noch die besten Voraussetzungen, etwas in Bewegung zu bringen.

A propos Bewegung: heute war außerdem noch St. Martins-Tag und damit auch unser Kindergarten-Laternenumzug. Schön war’s, aber saukalt und die Mittlere hatte Bauchweh und der Kleine versuchte ständig, die Laterne abzufackeln…
Das Übliche eben.
Aber ein hübsches Bild ist doch entstanden, nicht ganz scharf, ein bisschen verrauscht – ich hoffe, ihr verzeiht mir aufgrund erschwerter Bedingungen…

So, und jetzt wünsche ich euch noch einen superschönen Faschings-Umbruchs-Neubeginn-Martins-Laternen-Schnapszahlen-Jahrtausend-Abend. Macht was draus! ;-)

Nov 102011
 

Zur Zeit kommt unser knapp Zweijähriger ständig angewedelt, hält mir irgendetwas vor die Nase und sagt: „Abudd!“ (was „kaputt“ bedeutet).
Jetzt könnte man meinen, er hätte gerade eine drastische Zerstörungsphase, aber das stimmt gar nicht – andersherum wird ein Schuh daraus.
„Abudd“ ist nämlich ein Synonym für Flasche öffnen, Tüte aufreißen, Deckel aufklappen, Jacke aufknöpfen, Schuhe aufbinden – Dinge kaputt machen eben…

Nov 092011
 

Fotoprojekt zwölf2011

Es hat zwar nicht ganz so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe, aber im November noch ein Bild mit Herbstlaub und blauem Himmel präsentieren zu können, ist ja auch eher die Ausnahme…
Gestern war es aber noch einmal wunderbar sonnig und neben der vielen inzwischen schon „nackten“ Bäume gab es doch auch noch eine Portion Farbe auf dem Foto.

Und damit sind wir schon fast am Ende des Projektes angelangt, nur noch ein Bild und schon wieder ist ein Jahr vorbei – kaum zu glauben…

Alle zwölf2011-Beiträge gibt es wieder hier, die Projektseite von Jana hier.

Nov 082011
 

„Was macht sie denn nur?“ werden jetzt alle fragen, die mein Zeitnot-Gejammer kennen, „schon wieder ein Projekt?“ Und sie haben nicht Unrecht!
Aber ich liebe nunmal Bücher und freue mich über jeden neuen Impuls – und bei 40 Teilnehmern gibt es mit Sicherheit viele davon. Außerdem ist es glücklicherweise auch nicht notwendig, jede Woche extra eines zu lesen, aber ich war ja mal mit etwas mehr Freizeit gesegnet und einige Wälzer sind zumindest grob noch irgendwo in meinem Hirn abgespeichert. Und Fellmonsterchens erstes Projekt-Thema kommt mir auch noch total entgegen:

„Das Buch, das Du zurzeit liest.“

Das bedeutet, es muss noch nicht fertiggelesen sein (dass es schon seit Wochen angelesen rumliegt, interessiert ja keinen) und mein Hirn muss (noch) keine Interpretations-Verknüpfungs-Besprechungs-Höchstleistungen bringen…
Aber zur Sache. Ich lese gerade:

Tristopolis – Dunkles Blut

von John Meaney

Ich oute mich hier gleich mal als Grabbelkisten-Mängelexemplar-Wühler, weil man mit drei Kindern im Schlepptau nicht gepflegt und überlegt in einem Buchladen ein passendes Buch suchen kann und diese im Vorbeigehen eingepackten Billigteile nicht so große Schmerzen im Geldbeutel verursachen, wenn sie sich als Fehlgriff entpuppen. Außerdem habe ich dort auch schon so manche Perle gefunden, meistens Fortsetzungen oder einen Teil einer Trilogie oder ähnliches, die ich bei Gefallen dann eben vervollständige.
Auch der Tristopolis-Roman ist eine Fortsetzung und ich werde mir den ersten Teil höchstwahrscheinlich schon wegen dem unglaublich skurrilen Ambiente der Geschichte zulegen, die irgendwo zwischen Fantasy, Science Fiction und Thriller anzusiedeln ist.
Hier ein kurzer Einblick ins erste Drittel:

In einer Welt, in der Menschen nach ihrem Tod durchaus auch mal als Zombies oder Wiedergänger zurückkehren und dann mit Randgruppenproblemen zu kämpfen haben, während weniger Betuchte ihre sterblichen – oder doch gar nicht so toten – Überreste der Energieerzeugung opfern müssen, sind auch lebende Möbel, Todeswölfe oder Aufzug-, Stachel- und Spürgeister nichts weiter als nebensächliche Alltagserscheinungen. Mitten in dieser schrägen und eher trostlosen Umgebung lebt die Hauptperson der Geschichte, der Polizei-Inspektor Donal Riordan, der neben seinem Sinn für Recht und Ordnung auch von Rachegelüsten gelenkt wird, die dem Mörder seiner Freundin Laura gelten. Während seiner diesbezüglichen Aktionen stößt er eher zufällig auf eine groß angelegte Manipulation der Bevölkerung. Selbst Besitzer eines Zombieherzens, verdankt er diesem Umstand die Immunität gegenüber dieser Verschwörung, deren Urheber und Ziel mir auf Seite 201 noch völlig schleierhaft sind – und genau das verursacht bei mir gerade Haarausfall, weil ich einfach nicht dazu komme, weiterzulesen…

Dieses Buch, an dem sich vermutlich die Geister scheiden (muahaha, welch Wortwitz) ist absolut lesenswert, allein schon wegen der wahnwitzigen Kreativität des Autors und den vielen schillernd gezeichneten Figuren. Es steckt voller Überraschungen und spannend ist es auch noch – vielleicht sperre ich mich ja einfach mal ein paar Stunden im Bad ein. Aber mit Oropax. ;-)

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