Okt 282011
 

Momentan verbringe ich ja meine Vormittage in trauter Zweisamkeit mit meinem knapp zweijährigen Sohnemann, der das bisweilen ziemlich öde findet. Kein Geschrei, kein Geschepper, kein Gewusel, nur er und ich und die Sirenengesänge meiner unerledigten Arbeiten.
Irgendwann erliege ich regelmäßig den Sirenen und muss dann eine ansprechende, unterhaltsame Beschäftigung für meinen Zwerg finden. Heute hatte ich den genialen Geistesblitz, dass er inzwischen durchaus reif ist für ein Blatt Papier und eine Packung Buntstifte und das Leuchten in seinen Augen, als er zum ersten Mal in seinem Leben Malsachen in seinen kleinen Händen hielt, war mehr als Bestätigung für mich.

Allerdings nur etwa eine halbe Stunde lang.

Dann nämlich entdeckte ich die ersten ungeplanten Auswüchse seines kreativen Talents:
auf dem Wohnzimmertisch, auf dem Esszimmerboden, in den Fugen der Küchenfliesen…

Ja – so ist es.
Ich habe ein Monster erschaffen. Ein Mal-Monster.
Gnmpf.

Okt 262011
 

Fotoprojekt zwölf2011

Für das Oktober-Bild habe ich extra etwas länger gewartet, um eine möglichst intensive Herbstfärbung einfangen zu können, leider hat das aber irgendwie nicht so richtig geklappt: alles ist richtig bunt, nur nicht der Wald rund um Riedenburg. Aber immerhin war es am Montag noch schön sonnig, das ist doch auch schon was… ;-)
Vielleicht gibt es dafür im November noch ein hübsches Herbstbild – man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Meine gesammelten zwölf2011-Beiträge sind wie üblich hier zu finden, die Projektseite von Jana hier.

Okt 252011
 

Letzte Woche musste WdW ja wegen meines Kursblocks in der Schweiz ausfallen und dieses Mal bin ich dank grippegebeutelter Kinder auch schon wieder spät dran…
Also schnell ran an die Schlehen, bevor der Dienstag vorbei ist!

Schlehen-Likör

Die Geschichte

Wie im letzten Post zu sehen war, hatten wir ja bereits ordentlichen Frost und somit erntereife Schlehen: durch den Frost wird nämlich der Gerbstoffgehalt in den Früchten gesenkt und der Geschmack ist milder und süßer.
Praktischerweise gibt es in unserer Nähe einige Schlehenhecken (diese Sträucher zählen übrigens zu den Rosengewächsen), so dass wir die Ernte mit einem spannenden Querfeldein-Spaziergang verbinden konnten. Sogar unser Jüngster war so begeistert, dass er sich nicht einmal durch gelegentliche „Aua“s (wegen der Dornen) vom Pflücken abhalten ließ.

Die Anleitung

Es gibt ja unzählige Varianten der Likörherstellung – meine habe ich von zwei sehr netten, inzwischen schon über 80jährigen Damen, die damit garantiert schon sehr viel Erfahrung haben, übernommen.
Man braucht dazu:

Wodka (40%)
frische Schlehen (zwei Handvoll)
weißen Kandiszucker

Die Erstellung mit Wodka und weißem Kandis bringt das Aroma der Früchte am besten zur Geltung, da beides keine starken Eigenaromen hat.

Als erstes kommt der etwas aufwändigere Teil, der sich aber wirklich später im Geschmack auszahlt: die Schlehen werden mit einer Rouladennadel (oder Zahnstocher o.ä.) einige Male angepikst, da die Schale sehr fest und kaum durchlässig ist. Dadurch kann der Saft besser austreten und das Fruchtfleisch bleibt trotzdem innen.
Dann wird eine leere Flasche etwa zu einem Drittel mit den Früchten befüllt, dabei ruhig die Flasche leicht aufklopfen, damit sie dicht aneinander liegen. Auf die Früchte-Schicht kommt ebenfalls etwa ein Drittel weißer Kandiszucker.
Zum Schluß wird die Flasche mit Wodka aufgefüllt, so dass möglichst wenig Luft darin bleibt. Den Deckel fest aufschrauben und – warten.

Die erste Woche sollte die Flasche an einem warmen, aber nicht sonnenbeschienen Platz (die Früchte verfärben sich sonst) ruhig stehenbleiben. Wenn der Zucker sich gelöst hat und die Schlehen nach oben steigen, dreht man die Flasche immer wieder einmal auf den Kopf und zurück, am besten mehrmals täglich. Nicht schütteln, das löst das Fruchtfleisch und erzeugt übermäßig viele unschöne Schwebstoffe, die sich später wie feiner Sand anfühlen.

Nach weiteren 6 – 8 Wochen wird der Flascheninhalt durch ein Sieb gegossen und der Likör wieder in die Flasche zurückgefüllt – fertig! Manche Früchte können danach noch verzehrt werden (sie schmecken fast wie Rumfrüchte), Schlehen kann man allerdings getrost in den Müll werfen.

Mein Schlehenlikör ist leider noch nicht fertig, dafür schenke ich euch noch ein Gläschen Johannisbeerlikör ein – auf euer Wohl!

P.S.: Auch sehr lecker schmeckt es, wenn man ein bisschen Likör mit trockenem Sekt auffüllt.

Okt 202011
 

Das hier hat mein Mann gerade auf dem Weg ins Bett am Dachfenster entdeckt:

Unglaublich schön, oder?

Okt 182011
 

Wahrheit ist der Name, den wir unseren wechselnden Irrtümern geben.
Rabindranath Tagore

Okt 172011
 

Hier bin ich also wieder, zurück aus der Schweiz, wo ich von Mittwoch bis Sonntag den dritten Block meiner Ausbildung absolviert habe. Ich bin immer noch – oder immer mehr – erstaunt, was es alles zu entdecken gibt, wenn es einem gelingt, einen Blick auf den wahren Menschen hinter den Mustern, Rollen, Prägungen und Angewohnheiten zu werfen, die uns schon von frühester Kindheit an begleiten. Fest davon überzeugt, jede Entscheidung aus freiem Willen zu treffen, werden wir doch größtenteils von unserem Unbewussten gesteuert…

Was ich bei meiner Rückkehr immer besonders anstrengend finde, ist die Umstellung auf  „Normalbetrieb“; es ist wirklich unglaublich, wie sehr uns unsere gelernten Automatismen den Alltag vereinfachen, für viele vielleicht auch erst erträglich machen, während sie uns gleichzeitig nahezu jeder Möglichkeit berauben, unser eigenes Selbst zu erkennen. Meine ursprüngliche Intention – eine Methode, anderen Menschen zu helfen, zu erlernen – ist im Moment eher einer Erforschung der eigenen Abgründe gewichen und einmal mehr zeigt sich, dass man, um überhaupt irgendjemanden beraten zu können, erst einmal sehr genau seine eigenen Probleme und Funktionsweisen kennen sollte.

Und trotzdem, oder vielleicht auch deswegen, starte ich ab heute mit dem guten Gefühl, mir meiner Scheuklappen bewusst zu sein und sie jetzt gelegentlich auch einmal ein bisschen zur Seite drücken zu können, wieder in den gewohnten Alltag, der sich doch irgendwie anders anfühlt, als vorher…

Okt 102011
 

Unglaublich, schon ist wieder Montag! Höchste Zeit also für mein Werk der Woche. Dieses Mal nicht ganz so spektakulär, dafür aber leicht nachzumachen:

Schnelle Kindermütze

Die Geschichte

Ich weiß nicht, wie es bei euch so ist, aber bei uns wurde es letzte Woche über Nacht Winter. Zumindest temperaturtechnisch. Am Freitag wollte mein Kindergartenkind unbedingt Handschuhe anziehen und zum Radfahren waren sie auch wirklich notwendig, von einer Mütze ganz zu schweigen. Und dann hatte ich da außerdem noch Restwolle von einem Pollunder herumliegen hatte, dessen Rückenteil spurlos verschwunden ist – aber das ist eine andere Geschichte.

Was liegt also näher, als – lediglich mit einer Schublade voll lila-rosa-türkisen Puschel-Fussel-Pompon-Mützen ausgestattet – dem Sohnemann etwas annähernd für „Männer“ Tragbares zu stricken? Wenn da nur nicht mein leidiges Anschlag-Problem wäre: passe ich ihn dem Kopf an, wird die Mütze zu groß, passt die Mütze, haben die Kinder eine Rille im Hirn. Also bei mir, andere sind da offensichtlich geschickter.
Aber: ich wäre nicht ich, wenn ich nicht irgendeine Lösung finden würde.

Die Anleitung

Ich hatte ca. 30g grünes Chenille-Garn (Bellisima von Gründl) übrig und kombinierte es mit Schwarz (ca. 60g). Dieses Garn wird normalerweise mit Nadelstärke 3 gestrickt, ich habe es doppelt mit Nadelstärke 5 verarbeitet. Je weniger Maschen noch übrig sind, umso schwieriger wird es, mit der Rundstricknadel zu arbeiten. Da ich kein Nadelspiel in Stärke 5 besitze, nehme ich zwei Rundstricknadeln abwechselnd und ziehe sie nach dem Abstricken durch, so dass die Nadel wieder auf der anderen Seite ist.

63 Maschen in einem Kontrastgarn anschlagen. Dann mit doppelt Schwarz in folgendem Muster in Runden arbeiten:
* 5 Maschen rechts, 2 Maschen links, ab * wiederholen.
Nach 15 Runden einen schwarzen Faden durch Grün ersetzen und weitere 5 Runden stricken.
In der 21. Runde in jeder 2. Rechts-Rippe (die 5 rechten Maschen) die zweite und dritte Masche zusammenstricken, dann eine Runde ohne Abnahmen. Das geht nicht genau aus, habe ich auch gemerkt, aber dann 2 Rippen hintereinander abnehmen und dafür in der 23. Runde 2 ohne Abnahme.
In der 23. Runde in den jeweils anderen Rippen die zweite und dritte Masche zusammenstricken, wieder eine Runde ohne Abnahmen.
In der 25. Runde wieder in den ersten Rippen die mittleren beiden Maschen zusammenstricken, dann eine Runde ohne Abnahmen.
In der 27. Runde dasselbe Spiel in den anderen Rippen.
In der 29. Runde in jeder zweiten Rippe die ersten beiden Maschen zusammenstricken, wieder eine Runde darüber.
In der 31. Reihe sind dann wieder die anderen Rippen dran und auch wieder eine Runde ohne Abnahmen.
Jetzt besteht das Muster aus abwechselnd 2 rechten und 2 linken Maschen (insgesamt 36 Maschen).
in der 33. Runde alle doppelten linken Maschen zusammenstricken, übrig bleiben 27 Maschen.
In der 34. Runde die doppelten rechten Maschen zusammenstricken, dann sind noch 18 Maschen übrig.
In der 35. Runde jeweils eine rechte und eine linke Masche rechts zusammenstricken, 9 Maschen übrig.
In der 36. Runde noch einmal jeweils 2 Maschen zusammenstricken (eine bleibt übrig) und die Fäden durch die verbliebenen 5 Maschen ziehen, verknoten und vernähen.
Dann das Kontrastgarn lösen und die Maschen auf einer Rundstricknadel aufnehmen. Jetzt einfach noch mit einem schwarzen und einem grünen Faden nach unten 5 Runden im Grundmuster stricken und dann locker abketten.

Fertig!

Diese Mütze passt sowohl unserem Jüngsten, als auch der Mittleren. Wer für ein Baby strickt, sollte 56 Maschen nehmen, ab 5 Jahre sollte es mit 70 Maschen funktionieren (das abwechselnde Abnehmen geht dann auch besser ;-) ).

Leider war mein Model heute ziemlich ungnädig, daher gibt es nur einen Schnappschuss vor dem Schuhregal, sollte ich irgendwann ein schöneres Bild knipsen können, reiche ich es nach.

Viel Spaß beim Nachmachen (oder den Profis beim Lachen)!

Okt 072011
 

Irgendwie hat sich mein Blog die letzte Woche gespreizt und die Veröffentlichung der Artikel verweigert. Was auch immer es war, jetzt funktioniert es wieder und ich haue jetzt einfach alle auf einmal raus, und zwar gnadenlos zurückdatiert auf das ursprünglich geplante Datum. Sonst passen sie einfach nicht mehr und sterben lasse ich sie auch nicht.

Damit es noch etwas Aktuelles gibt, habe ich heute eine kleine Spielerei gebastelt: mein Ausblick aus dem Bürofenster in zwei Varianten, die ich formschön zu einem einzigen Bild vereinigt habe.

Soll noch einer sagen, man kann dem Schmuddelwetter nichts Positives abgewinnen.

Ach ja: Klick vergrößert das Bild – für alle, die es genau sehen wollen.

Okt 062011
 

Heute zeigte uns die Sonne noch einmal für eine Stunde, was sie kann und man konnte allen Spaziergängern ansehen, dass sie das voraussichtlich letzte Stück Sommer so intensiv wie möglich genießen wollten. Für alle, die es nicht nach draußen geschafft haben, gibt es hier ein paar Eindrücke zum Erinnern…

Okt 042011
 

So in etwa hört es sich an, wenn unser Jüngster „Da oben“ sagt, weil er mir etwas zeigen möchte, was ich ohne ihn nicht gesehen bzw. beachtet hätte. Zumindest bei einem normalen Spaziergang.
Für die Kleinen gibt es noch keine Hektik, keine Pflichten, keinen Zeitplan und alle Dinge, die ihnen auf ihrem Weg begegnen, sind kleine Wunder, die es verdient haben, sie zu beachten und zu betrachten.

Was er gestern für mich „da oben“ entdeckt hat und was ich heute Morgen ganz alleine ohne ihn fand, möchte ich euch hier zeigen:

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