Sep 282011
 

Meistens kann ich ganz gut damit leben, dass mindestens 50% meiner täglichen Tätigkeiten sich ständig wiederholen, aber an manchen Tagen nervt es mich tierisch, dieselben Dinge aufzuräumen, die ich schon gestern in der Hand hatte.
Dann stelle ich mir vor, was passieren würde, wenn ich einfach einmal nicht putze, wasche, koche.

Wie lange dauert es, bis alle Deko-Gegenstände staubbedingt die gleiche Farbe haben?
Ab welcher Menge wirken Spinnweben wie Stuckdecken?
Wieviel Spielzeug muss auf der Treppe liegen, damit man unbeschadet runterrollen kann?
Wie lange kann man dieselbe Kleidung tragen, bis der Schmutz die Beweglichkeit unterbindet?
Ab welcher Anzahl können Fruchtfliegen komplexe menschenähnliche Organismen bilden?
Oder wie lange dauert es, bis der Nachwuchs die Unordnung nicht mehr ertragen kann und sauber macht?

Und spätestens bei der letzten Frage gehe ich ganz schnell in die Küche und spüle das schmutzige Geschirr…

Sep 262011
 

Langsam und widerwillig steuerte ich den Wagen auf den Abgrund zu. Schweißperlen standen auf meiner Stirn, als sich die Nebelwand in mein Blickfeld schob, in die ich in Kürze würde eintauchen müssen. Nur noch Sekunden trennten mich vom endgültigen Verlust des Sonnenlichts.

Das Grauen kroch meinen Rücken hoch und sträubte meine Nackenhaare, als ich die Nebelgrenze durchbrach. Schließlich erreichte ich mein Ziel und wagte kaum, daran zu denken, dass ich mein Kind, mein eigen Fleisch und Blut, am Ende der Welt absetzten und seinem Schicksal überlassen musste…

… im Kindergarten.

Sep 232011
 

Fotoprojekt zwölf2011

Nach einigen ziemlich trüben Tagen kamen heute wieder ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen bei uns an und nötigten mich quasi, sofort Zwerge und Kamera einzupacken, um das September-Bild abzulichten. Auf diese Weise kam ich in den Genuss, zum ersten Mal den neu geteerten Weg um den Stadtweiher zu benutzen – aufmerksame Beobachter erkennen ihn an der Veränderung im unteren linken Teil des Bildes… ;-)
Rein optisch gefiel mir der Schotter besser, sah natürlicher und nicht so hart aus. Für Kinderwagen und Rad ist es natürlich schon bequemer und schonender, nicht ständig über Steine zu holpern.
Auf jeden Fall sorgt heute nicht nur das erste Herbstlaub für farbliche Veränderungen:

Meine gesammelten zwölf2011-Beiträge sind wie üblich hier zu finden, die Projektseite von Jana hier.

Sep 202011
 

Gestern drehte unsere Vierjährige ein paar Runden mit dem Roller. Irgendwann blieb sie stehen und zog den Schuh aus, ich sagte ihr, dass es dafür jetzt zu kalt ist und ließ sie ihn wieder anziehen. Daraufhin sah sie mich etwas komisch an und ich fragte:

„Was ist denn los?“

Sie antwortete:

„Ich hab‘ was im Schuh… Was laufen kann…“

Sep 192011
 

So, jetzt haben wir also die erste Neuer-Alltag-Woche hinter uns, in die gleich alles reingepackt war, was irgendwie möglich ist. Anstrengend ist sie gewesen, nicht nur wegen der Umstellung am Morgen, sondern auch, weil sich unser Kindergartenkind gleich seine erste Erkältung eingefangen und dem kleinen Bruder vererbt hat.
Wer schon einmal drei Nächte mit Zwergen im Bett verbracht hat, weiß, wie der Schlaf dann aussieht und wenn die Nacht dann auch noch um 5:30 Uhr zu Ende ist, hält sich der Elan für das große Arbeitsprojekt ziemlich in Grenzen.
Am Samstag, nach meinem Ausbildungs-Übungstag hatten wir dann ein Grillfest bei meiner Familie, am Sonntag hatte mein Schwiegervater Geburtstag und heute, wo es nach dem üppigen Wochenende eigentlich nur kalte Küche geben sollte, versäumte meine Große den Bus und ich musste sie und eine Freundin holen, die dann zum Essen blieb (dass ich schnell noch kochte).

Leute, ich sage es euch: Ich bin platt.
Ein etwas langsamerer Einstieg wäre schon schön gewesen.
Dafür kann es jetzt nur besser bzw. ruhiger werden – ich freue mich schon darauf.

Und weil ich in der vergangenen Woche gar nicht mehr dazu gekommen bin, hier ein paar Zeilen zu schreiben, zeige ich jetzt noch schnell den Sonnenaufgang vom letzten Donnerstag, weil es da (noch) so schön war. Und wenn ihr die Häuser genau anguckt, dann seht ihr, dass wir über dem Bodennebel wohnen, der Riedenburg noch zwei, drei Stunden den Anblick der Sonne verwehrt…

Sep 122011
 

Neulich unterhielten wir uns über dringende Wünsche unserer Töchter, die leider nicht sofort erfüllt werden können und daher auf Weihnachten verschoben werden müssen. Da bei uns am 24. das Christkind den Baum schmückt und die Geschenke bringt, werden bereits am Vortag die zwei Türen zum Wohnzimmer zugesperrt, um allen Beteiligten eine ruhige Arbeitsathmosphäre zu schaffen.
Jetzt ist es aber so, dass in letzter Zeit unsere sämtlichen Zimmertüren-Schlüssel auf wunderbare Weise verschwinden. Also bemerkte mein Mann: „Heuer kann das Christkind leider nicht zu uns kommen, weil alle Schlüssel weg sind und wir nicht zusperren können.“
Daraufhin kam unsere Vierjährige ins Grübeln und meinte dann: „Da gibt’s noch eine andere Mögichkeit…“

Sep 072011
 

Heute habe ich beim Kühltruhen-Wühlen einen einsamen Erbeersaison-Tortenboden gefunden und beschlossen, dass der heute noch irgendwie verwurstet wird.
Nun gibt es leider keine Erdbeeren mehr, dafür spuckte die Truhe aber ein ebenfalls fälliges Pfund gefrorene Himbeeren aus. Und weil man die nicht einfach so draufschmeißen kann, habe ich mir etwas einfallen lassen.

Hier also das Rezept für den Himbeer-Blob:

Experimentell:
Für die Bindung der Himbeeren 6 Blatt Gelatine einweichen und in einem Topf erhitzen. Platte ausschalten und die angetauten Früchte in kleinen Portionen unterrühren und dann feststellen, dass ein undefinierbarer Brei mit einem Haufen Kernen daraus wird. Einen Spritzer auf der Arbeitsplatte probieren und mit verzogenem Gesicht schnell noch Puderzucker reinkippen und gut verrühren. Den ganzen Pamp durch ein Sieb streichen, um dann ein ansehnliches Fruchtmus zu erhalten.
Zwei Becher Sahne schön steif schlagen und das gelierende Fruchtmus unterheben. Einen Teil der Masse auf dem Tortenboden verteilen und zur Kuppel formen. Noch ein paar Löffel darauf geben und dann minutenlang verzweifelt versuchen, die Masse am Abhauen zu hindern. Entnervt aufgeben und einfach den übergequollenen Rand noch irgendwie formschön hinspachteln. Ab in den Kühlschrank.

Sinnvoll:
500g tiefgefrorene Himbeeren auftauen lassen und durch ein Sieb streichen. Das Fruchtmus mit 50 – 100g  Puderzucker verrühren. 6 Blatt Gelatine einweichen und in einem Topf erhitzen. Einige Löffel Fruchtmus dazugeben und verrühren, Topf von der Platte nehmen und den Rest unterrühren. Beiseite stellen, bis die Masse andickt. Dann 400ml Sahne steif schlagen und das gelierende Mus vorsichtig unterheben. Die Himbeer-Sahne-Masse auf den Tortenboden geben und die überlaufenden Ränder glatt streichen, so dass eine leichte Kuppelform entsteht. Mindestens zwei Stunden kalt stellen.

Ergebnis:
Schmeckt saugut und mein Mann meinte, das es aussieht, als wäre es so geplant gewesen. Aber davon könnt ihr euch selbst ein Bild machen:

Sep 062011
 

Langsam zeigen sich die ersten Anzeichen des nahenden Herbstes:
morgens ist es schon recht kühl und abends früher dunkel, wilde Äpfel leuchten rot von den Bäumen und die Hagebutten glänzen in der Sonne.

Ich mag diese Zeit gerne, vor allem, wenn das Laub anfängt, sich zu verfärben. Das Altmühltal wird dann zu einem zauberhaften Farbreigen, den ich sicher noch hier zeigen werde.
Aber dieser Altweibersommer wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben:
Eine Woche noch und für unsere Mädels beginnt nicht nur der Herbst, sondern ein neuer Lebensabschnitt.
Die Große macht einen weiteren Schritt in die Selbständigkeit und besucht ab jetzt das 19km entfernte Gymnasium und die Mittlere darf nach wochenlangem Warten endlich in den Kindergarten.

Jetzt muss unser Jüngster alleine die Stellung halten – aber nachdem er Aufruhr für drei macht, wird sich für mich außer den unmenschlichen Weckzeiten erst einmal nicht viel ändern… ;)

Na ja – und Bloggen nach zehn wird auch nicht mehr geh’n.
Vorerst.
Bis zur Akklimatisierung.

Sep 052011
 

In meinem Innern
in den tiefsten Eingeweiden
wohnt eine Schlange

manchmal
immer öfter
unterbricht sie ihren Schlaf
um zu rumoren
und mit ihr erwachen
fremdartige Gedanken und Gefühle
so dass ich sie am liebsten herauswürgen
aus meinem Ich verbannen möchte
aber dann müsste ich ihren Anblick
ihre Existenz ertragen
also schlucke ich und schlucke
in der Hoffnung sie zu beruhigen
und in den Schlaf zurückzuzwingen

Ach wüsst ich doch Deinen Namen, Schlange
ich könnte Dir ins Angesicht blicken

Sep 032011
 

Die letzten drei Tage waren sehr arbeits- aber auch sehr erfolgreich. Wir haben Holz gehackt, geschnitten und geschlichtet, unseren Rhododendron versetzt, die Einfahrt endlich von Unkraut befreit, einen Splittberg von vor dem Haus nach hinten in den Garten gekarrt, ein Beet gerichtet, am Carport gebastelt, die Stangen um die Terrasse gereinigt, grundiert und gestrichen, die Weide geschnitten, die Treppenabgrenzung im Vorgarten gesetzt und den Garten aufgeräumt. Leider blieb dabei einfach keine Zeit zum Fotografieren, aber beim heutigen Abendessen auf der Terrasse habe ich dann doch die Kamera gezückt, um auf die Schnelle den Mondaufgang festzuhalten:

Und damit wünsche ich gute Nacht und schöne Träume.

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