Apr 062011
 

Im dritten Teil meiner „Ganzheitliches Heilen“-Reihe (hier findet ihr Teil 1 und Teil 2) möchte ich etwas vorstellen, was mir besonders am Herzen liegt:

Familienstellen

Jeder Mensch geht davon aus, dass er nach seinem freien Willen handelt und stets eigenständige Entscheidungen fällt, die höchstens aufgrund äußerer Umstände modifiziert werden. Wir fühlen uns als Individuen mit eigener Meinung, die wir uns im Laufe der Zeit gebildet haben. Natürlich wissen wir um den Einfluss der Erziehung und die Prägung durch das elterliche Vorbild. Was uns nicht bewusst ist, sind die viel tiefer greifenden Auswirkungen, die Schicksalsschläge und Ereignisse, die in früheren Generationen stattfanden, bis in unser Leben haben. Sie beeinflussen unser Verhalten und damit unsere Entscheidungen, weil wir unbewusst unverarbeitete Gefühle unserer Ahnen übernehmen, um einen Ausgleich zu schaffen. Dadurch folgen wir festen Verhaltensmustern, ohne es wahrzunehmen (was häufig als ererbter Charakterzug interpretiert wird).

Beim Familienstellen werden die diesen Mustern zugrundeliegenden, unverarbeiteten Erfahrungen spürbar und können einer Lösung zugeführt werden. Durch das Abgeben der nicht zu uns gehörenden Gefühle und Verantwortlichkeiten können wir wieder zu einem unbeeinflussten, eigenen Weg zurückfinden. Die Vorgehensweise ist dabei, aufgrund eines bestimmten Problems die zugehörige Ahnenkonstellation (in Form von stellvertretenden Personen) in der Weise aufzustellen, wie sie zum Zeitpunkt des Geschehens bestand. Durch äußere Anleitung werden die Beteiligten zu einer friedvollen Lösung des bestehenden Konflikts bewegt und entlassen dadurch die aufstellende Person aus den ihr nicht zugehörigen Verantwortlichkeiten.
Familienstellen kann eigentlich bei allen Arten von Problemen angewandt werden: Familiäre Konflikte, Partnerschaftsthemen, Blockierungen, Ängste, Depression, Krankheit, Differenzen am Arbeitsplatz etc.

Ich liebe diese Methode deswegen so sehr, weil ich als verkopfter Rationalist immer versuche, alle Probleme auf geistiger Ebene zu lösen und das funktioniert hier schlicht und einfach nicht. Alle Beteiligten handeln impulsiv und emotional, man kann sich nichts „zurechtdenken“.

Wer am Familienstellen teilnehmen möchte, sollte darauf achten, dass es im Freien stattfindet, in geschlossenen Räumen entsteht schnell „dicke Luft“. Außerdem ist es faszinierend, wie die Natur diese Prozesse oft unterstützt oder spiegelt.

Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen diese Methode näherbringen, eventuelle Fragen beantworte ich gerne – schreibt mir einfach eine Mail.

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