Mrz 042011
 

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich einen Zeitungsartikel gelesen, der vor dem zunehmenden Verlust der Orientierung aufgrund der Nutzung von Navigationsgeräten warnte. Ich habe dazu milde gelächelt – wie soll ich etwas verlieren, was ich gar nicht besitze…

Gestern aber durfte ich am eigenen Leib erfahren, dass auch ich einen Rest Orientierungssinn besessen haben muss, den ich aber definitiv schon an mein Navi verschenkt habe. Weil ich es inzwischen nicht einmal mehr für nötig halte, mir vorab eine Straßenkarte anzusehen, in dem festen Glauben, dass die freundlich-unverbindliche Dame immer eine Antwort für mich parat hat.

Doch die Dame hat mein Vertrauen gestern etwas erschüttert, als sie mitten auf einer großen Verbindungsstraße behauptete, ich befände mich in einer Sackgasse und müsse sofort wenden. Da weder der Gegenverkehr noch die Straßenführung ein derartiges Manöver zuließen, entschloss ich mich, den vor mir befindlichen Fahrzeugen weiter zu folgen – frei nach dem Motto ‚Hunderte können nicht irren‘. Nach mehreren Versuchen der Navi-Dame, mich die nächste, nicht existierende Straße links abbiegen zu lassen, fing ich an, mich mit ihr über den Unsinn ihrer Anweisungen auseinanderzusetzen und benutzte dabei hauptsächlich Sternchen-Wörter. Leider ist die Navi-Dame nicht besonders zugänglich, um nicht zu sagen, unglaublich stur, also beschloss ich, mein Fahrzeug-Symbol irgendwie in der Nähe der berechneten Route zu halten, ihr Geplapper zu ignorieren und – kaum zu glauben – schaffte es tatsächlich, noch rechtzeitig am Zielort anzukommen.

Was lernen wir daraus?
Trotz gelegentlichen Ausfällen ist das eigene Hirn eben doch zu etwas nütze. Zum Beispiel, um optische Eindrücke mit gespeicherten Karten abzugleichen.
Und ein Navi sollte eben doch nur die Rettung in letzter Not sein – wenn das Hirn den Faden verliert.

Nächstes Mal werde ich also zu mir selbst sagen: „Sei kein Frosch, den Weg findest Du auch ohne elektronische Hilfe!“ (super Überleitung), und als hätte sie es gewusst, wünschte sich meine Tochter heute eben diese Faschings-Verkleidung. Na, mit so einer Erinnerung kann ja gar nichts mehr schiefgehen.

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  3 Responses to “Von Navis und Fröschen”

  1. […] Designerhaase » Von Navis und Fröschen […]

  2. Mein TomTom behauptet manchmal auch irrsinnige Dinge. Gerade neulich mich in der Dunkelheit in einem kleinen Nest verfahren…und der wollte immer, dass ich in Einbahnstraßen falschrum reinfahre… :-? Und lustige Fahrten über grüne Wiesen (laut TomTom), aber mit Tempo 100, weil es da inzwischen eine fette Straße gibt, kommentiert er nicht mal :wink: Dabei müsste doch ein bissel wundern, wie ich 100 Sachen auf ner Wiese fahren kann, doch drin sein, oder? :mrgreen: Mein Schimpfwortvokabular kennt er auch schon in der gesamten Bandbreite. Aber ich liebe ihn. Ohne meinen TomTom… fahre ich gar nichts! :-D

  3. Du hast ja so Recht: es geht nicht mit, aber schon gar nicht ohne… :-|
    Aber letztendlich läuft meistens alles glatt, solche Aussetzer sind ja die Ausnahme. :wink:

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