Nov 062010
 

Gestern Abend arbeitete ich noch ein wenig am Computer in der Gewissheit, dass ich heute ausschlafen kann. Ich weiß, mit Kindern ist Ausschlafen relativ, aber zumindest gibt es keine Termine und keinen Wecker. Allerdings ergab sich (wieder einmal) alles anders, als gedacht:

23.30 Uhr
Ich schalte die Kiste aus und gehe ins Bett. Alle anderen schlafen schon.

1.30 Uhr
Der Kleine jammert. Ich stehe auf und gehe in sein Zimmer, um ihn zu stillen.

4.50 Uhr
Mein Mann steht auf, er muss heute arbeiten.

6.45 Uhr
Der Kleine rührt sich. Ich ignoriere ihn in der Hoffnung, dass er wieder einschläft. Er erhört meine Bitten.

7.10 Uhr
Meine große Tochter kommt ins Schlafzimmer und legt mir etwas auf’s Nachtkästchen.

7.45 Uhr
Meine kleine Tochter reißt die Tür auf. „Mama, darf ich Fernseh sauen?“ – „NEIN!“

8.30 Uhr
Das Telefon klingelt. Eine „Freundin“ der Ältesten entschuldigt sich (für einen Vorfall von vor zwei Wochen) und fragt, ob sie kommen kann (weil sie keinen anderen Dummen findet, der ihre Diktatur erträgt).

8.45 Uhr
Ich stehe auf. Ich habe wirklich lange durchgehalten und – wenn auch nicht geschlafen – die warme Bettdecke genossen.

9.00 Uhr
Ich komme vom Duschen, öffne den Rollo und sehe einen Zettel auf meinem Nachtkästchen. Es ist eine Einladung zum Übertrittsinformationsabend in der Schule. Am 28.10.2010.

9.05 Uhr
Ich erkläre meiner Tochter, dass das ein sehr wichtiger Termin gewesen wäre. Es hört sich etwas anders an, als ich es hier schreibe.

10.10 Uhr
Der Kleine schläft immer noch und die Großen hüpfen im Schlafanzug herum, ich muss endlich zum Einkaufen. Ich wecke den Langschläfer auf, ziehe alle an und verspreche ihnen eine Breze beim Bäcker, weil es sonst zu spät wird.

10.30 Uhr
Das Telefon klingelt wieder, die Freundin versucht noch einmal ihr Glück. Ich sage ihr, dass wir jetzt Einkaufen müssen und deshalb keiner da ist.

10.35 Uhr
Nach mehreren Drohungen, sie alleine zuhause zu lassen (und der Tatsache, dass sie einfach Hunger hat), zieht sich die Dreijährige endlich Schuhe und Jacke an und wir können tatsächlich fahren.

11.45 Uhr
Frühstück und Einkauf sind erledigt und wir steuern wieder nach Hause. Weil es auf dem Weg liegt und die Zeit gerade noch so reicht, schleppe ich die ganze Mannschaft zur Autowerkstatt und bestelle noch schnell Winterreifen.

12.00 Uhr
Wir sind wieder zuhause und ich verräume das Eingekaufte. Die Kinder bestehen auf einem zweiten Frühstück – sprich Mittagessen. Also kümmere ich mich darum, unter anderem auch, weil es mein erstes Frühstück ist.

12.45 Uhr
Mein Mann kommt von der Arbeit nach Hause und kümmert sich gleich um die Reste des Mittagsfrühstücks. Nach Essen und Aufräumen bringe ich den Kleinen ins Bett und helfe den Mädels, ihre Zimmer aufzuräumen, während ihr Papa weiter an einem Kaminschutzgitter bastelt.

14.00 Uhr
Geschafft. Die dreckige Wäsche und die unordentliche Küche müssen kurz warten, sonst vergesse ich alles. Also schnell den bisherigen Ablauf in die Tastatur gehackt. Wow, heute war ja echt viel los! Gerade kommt noch eine Mail rein, dass die wöchentliche Aktualisierung einer Website jetzt schon am Samstag erledigt werden soll. Dann weiß ich ja, was ich als nächstes mache…

… to be continued…

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  2 Responses to “Der ganz normale Wahnsinn”

  1. Hihi… sehr schön… das mit der wichtigen Einladung kenne ich gut… oder wichtige Zettel für die Schule, die man UNBEDINGT schnell unterschreiben muß, und dann findet man sie nach Wochen zerknittert und unterschrieben zwischen irgendwelchen Schulbüchern wieder…

    So. Weiterlesen…

  2. Genau, genau! :yes:

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