Aug 292010
 

Nachdem unser Garten einige Jahre lang mehr oder weniger eine Baustelle war, freut es einen um so mehr, wenn es blüht und grünt. Hier eine kleine Impression meiner noch in den Kinderschuhen steckenden Pflanzarbeiten. Zwar nicht außergewöhnlich – aber ich liebe diese Farbe!

Tagetes

Aug 282010
 

Wie lernt man einer dreijährigen, dass ‚brav sein‘ keine geistige Haltung, sondern eine auszuübende Tätigkeit ist? Unsere Große wünschte sich heute ein Überraschungsei, die Kleine, die uns schon den ganzen Tag genervt hatte, auch. Also packten wir die Gelegenheit beim Schopf und versprachen ihr das Ei, wenn sie jetzt brav wäre. Sie stimmte zu – und war alles andere als brav. Wir gaben ihr noch eine Chance und setzten eine überschaubare Frist: brav sein bis zum Ende ihrer Lieblingsserie. Weiterhin Gezeter. Schließlich meinten wir, das heute nichts mehr daraus würde, weil sie nicht einmal diese 25 Minuten durchhielt. Sie sagte, „Ich bin jetz‘ b’av“ und schrie schon eine Minute später wieder. So ging das bis zum Ende der Sendung, dann fragte sie: „K’ieg ich jetz‘ ein Jaschungsei?“ Als wir verneinten, meinte sie entrüstet: „Aba die Film is‘ doch aus?“
Eine bestechende Logik – so mache ich das in Zukunft auch. Ich lasse meine Arbeit liegen und erkläre meinen Kunden beim Präsentationstermin, dass ich jetzt mein Geld erwarte, da die Deadline schließlich schon vorbei ist. Ihr denkt, damit kommt man nicht durch? Erklärt das einmal meiner Tochter!

Aug 272010
 

Heute ist es endlich so weit: mein Auto ist da. Es ist etwas ganz besonderes für mich, mein erster Neuwagen und der erste, den ich mir selbst ausgesucht habe. 14 lange Wochen habe ich auf ihn warten müssen, zehn davon habe ich meine Kinder mühsam in einen winzigen Leihwagen gequetscht. Jetzt aber schnell zur Zulassung und dann bekommt mich keiner mehr vom Fahrersitz…

Aug 262010
 

In den letzten Tagen fragte unsere dreijährige mich desöfteren, warum ich eigentlich Kinder hätte. Mal abgesehen davon, dass dies eine eher unübliche Frage für Kinder ihres Alters ist, ist sie auch noch schwierig zu beantworten. Anfangs reagierte ich mit Standard-Sätzen wie „weil wir Kinder so gerne mögen“ oder „weil man mit Kindern viel Spaß hat“, aber irgendwann fängt man an, sich über eine ernsthafte Beantwortung Gedanken zu machen und muss erkennen, dass man sich eigentlich nur zwischen „Ja“ oder „Nein“ entschieden hat – von „Warum“ war nie die Rede. Warum also habe ich Kinder? Weil sie einem tatsächlich viel Freude machen und es mit ihnen nie langweilig wird. Weil sie zu einem Familienleben irgendwie dazugehören. Weil sie das eigene Weltbild weiterleben. Und weil sie den monotonen Alltagstrott aufweichen und das Leben bereichern. Vielleicht auch ein bisschen, weil man dann im Alter nicht alleine dasteht. Meine Schwester meint, weil ich damit meine etwas unterentwickelte weibliche Seite kompensiere (darauf gehe ich in einem anderen Post ein, das ist hier wohl zu komplex). Als wir heute Abend im Auto saßen und die beiden Mädchen sich wieder in den Haaren hatten (im wahrsten Sinn des Wortes), waren mein Mann und ich uns einig, dass Masorchismus wohl auch eine Rolle spielt, aber das ist ja nichts Neues. Und dann beobachten wir, wie unsere Älteste den Kleinsten füttert und dabei selbst den Mund aufsperrt, woraufhin er schallend lacht, während die Schwester liebevoll Messer und Gabel neben die Teller drapiert und danach hüpfend und singend Untersetzer für die Töpfe holt. Ich glaube, warum man Kinder hat, versteht man erst im Laufe der Zeit.

Aug 252010
 

Na, das mit „morgen“ war ja wohl nichts – die letzte Woche war aber auch eine Katastrophenwoche. Weiß jemand, warum Probleme grundsätzlich im Rudel auftauchen? Muss etwas mit Murphy’s Law zu tun haben…
Überfliegen wir einmal die vergangenen Tage:
19. August: Wir möchten einen Carport bauen, unsere Nachbarn sind dagegen. Eine gütliche Einigung will irgendwie nicht klappen. Eine andere Nachbarin schickt ihre vierjährige Tochter zu uns, um mit der älteren einen Ausflug zu machen. Ich muss meine Termine absagen und beschwere mich am Abend bei ihr.
20. August: Mein Mann legt sich mit oben genannter Nachbarin an, deren Kinder wir quasi schon adoptiert haben, weil sie ihren Ärger über meine Beschwerde jetzt an unserer Tochter auslässt. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll, da ihre und unsere Kinder sich gerne mögen.
21. August: Unsere Tochter erzählt uns, das sie von besagter Nachbarin beschimpft worden ist, wir sehen uns (nach wochenlanger Vorgeschichte) gezwungen, jetzt doch den Kontakt abzubrechen.
22. August: Unser Carport-Nachbar stellt uns vor die Wahl, so zu bauen, wie er es sich vorstellt oder auf gute Nachbarschaft zu verzichten. Wir überlegen, ob wir seine Forderungen erfüllen können, aber es ist beim besten Willen nicht möglich.
23. August: Wir erfahren, dass unser Au-Pair definitiv nicht kommen wird, da ihr Vater gestorben ist und sie außerdem nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Die angebotene Alternative scheint nett zu sein – kann aber dann doch nicht kommen. In der Nähe arbeitet ein Bagger, wir fragen den Fahrer, ob er uns den Carportbereich ausheben kann. Er meint, er hätte evtl. morgen Zeit.
24. August: Der Baggerfahrer hat keine Zeit. Mein neues Auto ist auch immer noch nicht da. Haben Sie schon einmal versucht, drei Kinder (mit Kindersitzen) in einen zweitürigen Fiesta (ohne Klimaanlage) zu packen? Na wenigstens brauchen wir dann den Carport noch nicht…
Dann der erste Lichtblick: Unsere Carport-Nachbarin gesteht uns zu, dass es wirklich nicht funktioniert, ihre Wünsche zu erfüllen.
25. August: Wir starten positiv in einen neuen, glückbringenden Tag, der uns mit Sonnenschein und einem fröhlichen Baby weckte, während die beiden großen noch friedlich in ihren Betten schlafen. So, Murphy, jetzt zeig‘, was Du kannst…

Aug 182010
 

Zu unserer Hochzeit bekamen wir einen (damals) wunderschönen weißen Hibiskus, der aber bereits im Folgejahr die Sommerblüte verweigerte. Er hat wohl im Frühjahr ein paar einzelne Blüten, doch wenn wir ihn nach draußen stellen, wirft er alle Blätter ab und wird erst bis zum Herbst langsam wieder grün.
Dieses Jahr ist alles anders: statt die Blätter abzuwerfen, ist er endlich einmal in die Höhe gewachsen und heute ist tatsächlich die erste seiner vielen Knospen aufgeblüht. Wie schön! Morgen werde ich noch ein Foto einstellen.

Aug 172010
 

Unsere Tochter (9) interessiert sich inzwischen auch schon sehr für Musikvideos. Heute sahen wir eines von Adam Lambert, als sie plötzlich sagte: „Ich weiß, was eine Frau will, wenn sie zu ihm hingeht und ihn anmacht!“ Ich überlege gerade, ob ich verblüfft oder erschreckt bin und frage vorsichtig: „Was denn?“ Darauf antwortet sie: „Ihre Schminksachen zurück!“
Wer jetzt nicht lauthals lachen muss oder überlegt, was sie meint, sollte sich Adam Lamberts „Whataya want from me“ einfach einmal ansehen.

Aug 162010
 

Jetzt ist es so weit: Heute hat die Au-Pair-Agentur eine Beschwerde-Mail von mir erhalten. Alles habe ich ihr um die Ohren gehauen, dass die Agentur sich nicht meldet, dass das Au-Pair sich nicht meldet, dass gar kein Visumsantrag gestellt wurde, dass ich schon so viel Geld investieren musste und trotzdem alles selber mache, dass ich eine Stellungnahme und einen Termin erwarte – und was hat es gebracht?
Eine Antwort vom System, dass bis 21. August Urlaub gemacht wird.
Kann ich meinen Zorn mal kurz bis nächste Woche in die Kühltruhe legen? Oder ihn irgendwie in eine abspeicherbare elektronische Form wandeln?
Aber macht nichts, ich habe ihn einfach zwei Stunden später recycelt:
Eine Freundin meiner Tochter (beide 9) hat heute bei uns übernachtet. Um 10.00 Uhr kamen sie nach unten, unterhielten sich kurz mit mir und fragten, ob sie fernsehen dürften (nein, das war es noch gar nicht!). Ich schickte sie zum Waschen und Anziehen, als meine Tochter noch einmal kurz durch die Tür blickte und erklärte, ihre Freundin habe es nicht mehr auf die Toilette geschafft und das Bett nass gemacht – und weg war sie! Ich rief hinterher, was ich denn alles putzen müsse, sie rief zurück, nichts. Und Elefanten können fliegen! Ich ging nach oben, zog das Bett ab, wusch die Matratze und fragte danach die Freundin, ob sie zuhause auch ins Bett mache. „Nein“ war die Antwort. „Wieso dann bei uns?“, fragte ich. Jetzt festhalten! Ihre Antwort: „Ich war zu faul, aufzustehen, dann habe ich es nicht mehr geschafft.“ Ist das die Höhe? Muss man ihr noch etwas zu Essen geben, oder darf man sie gleich rausschmeißen? Ich habe meiner Tochter erklärt, diese Freundin hätte das letzte Mal bei uns übernachtet.
Und dann Frühstück gemacht und den Fernseher eingeschalten. Recycelter Zorn ist einfach nur halb so gut.

Aug 112010
 

Unsere dreijährige ist endlich sauber! Mit ihrem ersten „Bäh“ in der Toilette hat sie das Ende ihrer Windelära eingeläutet und sich gleichzeitig auch noch von ihrem „Nuller“ (Schnuller) verabschiedet. Das ist für so ein Kleinkind quasi wie Rauchen aufhören und Joggen anfangen gleichzeitig – wer schafft das schon? Wir sind auf jeden Fall genauso begeistert wie unser Geldbeutel und die Mülltonne.

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