Jul 312010
 

Jawoll. Pünktlich zum Ferienbeginn wird der Wetterbericht wieder zum Folterinstrument – war schon zu meiner Schulzeit so. Allerdings war mir damals nicht klar, dass schlechtes Wetter die Eltern genauso (wenn nicht noch mehr) quält, wie den Nachwuchs. Spätestens, wenn man am eigenen Leib erfährt, dass schrilles Kreischen erst sehr, sehr spät in unhörbare hochfrequente Töne übergeht und Säuglinge ameisenähnliche Superkräfte entwickeln können, wenn man sie mehr als drei Millisekunden alleine läßt, entwickelt man durchaus Mitleid für die damals so nervigen eigenen Eltern. Hiermit leiste ich also Abbitte für die vielen Momente, in denen ich laut, streitsüchtig, taktlos oder ignorant war (je nach Entwicklungsstufe) und bedanke mich für die Liebe, Nachsicht und Toleranz, die mir trotzdem entgegengebracht wurde.
Aber einen Trost hat man ja als Eltern: die Kinder werden höchstwahrscheinlich auch einmal Kinder haben und dann am eigenen Leib erfahren, was für eine Herausforderung eine Familie ist. Und irgendwann Abbitte leisten. Ich glaube, ich habe gerade ein Déjà Vu.

Jul 222010
 

Seit einiger Zeit versuche ich vergeblich, unserem Jüngsten feste Nahrung schmackhaft zu machen. Seine älteste Schwester war völlig unkompliziert: Stillen, Folgemilch, Babynahrung, normale Kost. Die jüngere verweigerte jede Art von Austauschmilch und stieg daher direkt auf Babyglas und Wasserflasche und dann aber auch innerhalb kürzester Zeit auf normales Essen um. Jetzt gestaltet sich das etwas schwieriger: Der Kleine mag weder Austauschmilch noch Babyglas und Wasser ist auch eher Spielzeug als Lebensmittel. Im Moment kann ich mir überlegen, ob ich den Brei wärme oder gleich kalt in den Mülleimer schütte und ihm die Wasserflasche vielleicht nur noch in der Badewanne überlasse. Aber schlau, wie ich bin, denke ich mir: „Vielleicht macht er es wie die kleinere Schwester, die wollte schon früh Stückchen im Brei“ und gebe ihm ein wenig anpürierten Reis. Er würgt schon beim ersten Löffel. Nach einem kurzen Lachkrampf landet alles im Müll und er bekommt, was er will: die Brust. Typisch Mann.

Jul 192010
 

Gerade bekam ich wieder den Newsletter einer Tanzschule, der eine Übersicht aller Paartanzkurse bot – darunter auch „Dirty Dancing zum Selbertanzen!“. ‚Ja was denn sonst‘, dachte ich mir mit herablassendem Grinsen, klopfte mir gedanklich aber gleich auf die Finger, weil sich unweigerlich mein ‚ich verweigere schon seit Geburt diesen kitschigen Klischee-Schwachsinn‘-Gefühl eingestellt hatte und meine Familie mir nahelegt, man dürfe als Frau durchaus hin und wieder ein paar weiblichen Gefühlen erliegen. Natürlich hat sie auch Recht, es ist nicht unbedingt hilfreich, verschrammten Kindern am Spielplatz zu erklären, dass man ganz andere Schmerzen ertragen kann – also versuche ich, etwas weicher zu werden, weinende Kinder auch bei lächerlichen Krätzerchen zu trösten und Dirty Dancing-Liebhaber nicht mehr pauschal als hirnfrei zu bezeichnen. Eher so ein bisschen – doof. Nein, pfui! Sentimental. Okay? Vielleicht sollte ich mir den Film doch auch einmal ansehen. Jetzt bekomme ich Gänsehaut. Kennt irgendjemand eine Selbsthilfegruppe?

Jul 152010
 

Wenn Kinder ein Spiegel ihrer Eltern sind, müssen wir trotz aller negativen Einflüsse doch sehr höfliche Menschen sein – zumindest bittet mich unsere dreijährige im Moment mit den Worten: „Mama, kannst du bitte (…)? Sei so lieb und so nett!“
Und nachdem das Lob ja auch ein ganz wichtiger Bestandteil der Erziehung ist, motiviert sie regelmäßig unseren Jüngsten (1/2 Jahr): „Super machst du des, mein keiner Buder (kleiner Bruder)!“
Auch den angemessenen Part Ehrfurcht vor älteren Geschwistern bringt sie geschickt zur Geltung: „Weißt du, Mama (klopft ihrer Schwester auf die Schulter), mein Swester kann des!“
Wie man sieht, ist ihr sogar der Schutz unserer Privatsphäre so wichtig, dass ich ihre Sprüche unverändert posten kann – vielleicht gefallen ihr aber auch einfach die Namen ihrer Geschwister nicht.

Jul 102010
 

Meine Eltern erwarten uns morgen zum Grillen und wir unterhielten uns am Vormittag deswegen. Unter anderem erklärte mein Mann auch, dass wir das WM-Finale dann auf dem kleinen (normalen) Röhrenfernseher meiner Eltern ansehen müssten und dass er das gar nicht mehr gewohnt sei. Unsere 9-jährige meinte daraufhin: „Dann nehmen wir halt unseren Plattbildfernseher mit.“

Jul 082010
 

Gestern durfte unsere Dreijährige die erste Halbzeit des Halbfinales mit ansehen und saß, wie ihre große Schwester, mit Fahne bewaffnet auf dem Sofa. Nach 20 Minuten Fahnengewedel und Lautuntermalung baten wir um etwas Ruhe. Etwa 5 Minuten später fragte die kleine dann: „Darf ich jetzt ‚olé olé‘ sagen?“

Jul 072010
 

Unser Au-Pair ist verschollen. bis vor Kurzem hatten wir regelmäßigen Kontakt, seit ich sie gefragt habe, wann sie denn nun käme, ward sie nicht mehr gesehen. Bzw. gelesen. Irgendwie läuft das mit unserem Au-Pair nicht so richtig gut…
Ich habe heute die Agentur gebeten, sich zu erkundigen – sehen wir einmal, was daraus wird. Vielleicht hat sie ja momentan keinen PC zur Verfügung oder sie arbeitet dauernd, um das Geld für den Flug zu verdienen oder ihr Vater ist krank…
Ach nein, das hatten wir ja schon.
Wie machen das denn andere Familien, ist das immer mit mehreren Monaten Warten und Ärgern verbunden? Oder habe ich nur ein besonders glückliches Händchen? Langsam werde ich bissig, stelle ich fest.
Also sehen wir das Ganze einmal positiv: Zumindest ist das Haus jetzt entrümpelt und das (Abstellraum-) Büro meines Mannes endlich ein Gästezimmer, unsere Unterlagen wurden aus Platzgründen ausgemistet und ich finde inzwischen 90% aller gesuchten Gegenstände auf Anhieb.
Einzig meine Arbeit hat sich noch mehr aufgetürmt…
Deswegen wollte ich ja auch ein Au-Pair…

Jul 072010
 

Bei einem prüfenden Blick auf meine Tomaten, der eigentlich dem Reifegrad galt, fiel mir diese wunderschöne „bunte“ Rispe auf – das musste ich natürlich gleich festhalten.

Tomatenrispe

Jul 062010
 

Heute Morgen ging ich am (stockdunklem, da der Rollo geschlossen war) Zimmer unserer Dreijährigen vorbei und hörte sie singen. Ich öffnete die Tür und sah sie in einer witzigen Position daliegen, den Oberkörper am Boden, Hintern in der Luft und die Beine auf dem Bett. Erstaunt fragte ich „Was machst du denn da?“ und ihre Antwort lautete: „Schlafen und Singen“.

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