Jun 222010
 

Ja ist es denn zu fassen? Mit der Wahrscheinlichkeit eines Lotto-Sechsers haben wir ein Au-Pair ausgesucht, das tatsächlich einem kranken Vater den Arzt zahlen muss. Gestern erhielten wir eine Entschuldigung mit der Bitte, trotzdem kommen zu dürfen. Die Agentur bat uns, ihr noch eine Chance zu geben – na, an uns soll es nicht liegen! Dann sehen wir mal, wie schnell sie das Geld für den Flug auftreibt und ob wir wenigstens in den großen Ferien unsere ersehnte Hilfe bekommen. Im Moment sieht es gut aus für meinen Blog…

Jun 202010
 

So ein Blog ist ja eigentlich als Tagebuch gedacht, aber im Moment klappt es bei mir nicht einmal mit Wochenbuch…
Die Zeitnot ist ja nichts Neues – warum erstelle ich dann auch noch einen Blog? Dazu kam es so:
Am 14. Mai entschlossen wir uns, ein Au-Pair aufzunehmen, das vormittags die Kinder betreut und Ordnung macht, damit ich arbeiten kann und nachmittags mit uns das Leben genießt. Also kontaktierten wir eine Agentur, suchten ein Mädchen aus und waren glücklich. Der Kontakt war sehr nett, das Visum bald beantragt. Vor lauter Freude dachte ich mir: jetzt hast Du endlich Zeit für einen Blog! Und schon war er online. Dann hörten wir einige Zeit nichts mehr. Plötzlich schrieb sie uns, ihr Vater wäre gestürzt, deswegen hätte sie sich nicht mehr melden können. Und heute folgte der Schock: sie müsste die Behandlung ihres Vaters finanzieren und möchte, dass wir ihr dafür das Flugticket vorstrecken – im Wert von 1200,- EUR!
Ist das eine Betrugsmasche oder ist es eine Betrugsmasche?
Wir haben sofort die Agentur kontaktiert und warten jetzt auf einen neuen Vorschlag – das verzögert die Sache ganz schön. Enttäuscht sind wir natürlich auch, schließlich baut man eine Verbindung auf und öffnet sich, um dann eine Ohrfeige zu erhalten. Aber da hilft jetzt kein Heulen und Zähneknirschen: warten wir einfach ab, was aus den beiden wird – dem Au-pair und dem Blog.

Jun 102010
 

Ich wage kaum, mich umzusehen, denn hinter mir wartet ein großer Berg Arbeit auf eine günstige Gelegenheit, mich zu begraben. Jetzt stellt sich die Frage: Bin ich zu langsam oder zu anspruchsvoll? Vielleicht sollte man manche Dinge einfach nicht so genau nehmen, aber welche? Die Arbeit? Unmöglich. Die Familie? Auf keinen Fall. Den Haushalt? Ich weiß nicht… Hobbys? Schon lange gestrichen. Ja was denn nun?
Meinen Bruder hat meine Ausrede, ihm erst helfen zu können, wenn ich aus meiner Zeitfalte herausgefunden habe (nach dem Frühstück ist immer gleich Abend) sehr amüsiert. Leider ist er kein Spezialist für ungelöste Probleme des Universums, daher werde ich mich weiter bemühen, den Berg abzutragen und hoffen, dass es kein Vulkan ist.

Jun 012010
 

Wer selbst Kinder hat, kennt die unfreiwillige Komik, die beim Sprechenlernen entsteht und bisweilen bei den Kindern ziemlichen Ärger erzeugt – zumindest, wenn die Eltern sich zu ausgiebig darüber amüsieren oder zu absichtlich nicht verstehen, was gemeint ist. Witzig sind unter anderem Wortkreationen (die sich bei den Erwachsenen oft länger halten, als bei ihren Schöpfern): Unsere Älteste brauchte ein Jahr, um statt einer Patipra über eine Papikra endlich eine Paprika zu essen – was spricht sich jetzt eigentlich leichter, fragt man sich da.
Manchmal überraschen einen die Kleinen auch mit unglaublichen Antworten. Eine besonders nette Unterhaltung hatte ich mit unserer Ältesten, als sie drei Jahre alt war:
Wir warteten auf einem Parkplatz auf ihren Papa, als sie ein Auto entdeckte, von dem sie glaubte, er hätte es gebaut. Ich versuchte ihr zu erklären, warum Papas Autos nicht auf der Straße stehen und schloss meine Erklärung nach einem Blick in ihr verständnisloses Gesicht mit der Bemerkung ab, dass sie das jetzt wohl nicht verstanden hätte. Darauf schüttelte sie zustimmend den Kopf und meinte: „Nein, aber weißt Du, was ich verstehe?“ Verblüfft fragte ich: „Was denn?“ Sie antwortete schlicht: „Spaß.“
Einige Dinge hinterlassen auch große Fragezeichen in erwachsenen Köpfen, vor allem, wenn sie unerwartet kommen und die Kinder nicht wirklich eine Antwort brauchen. Heute fragte mich unsere dreijährige: „Mama, warum hast Du eigentlich Kinder?“
Na, wegen der schönen Sprüche, oder?

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